BOCKHORN - Die Schüler hatten ein Jahr lang an der Wiederherstellung der Lok gearbeitet. Jetzt ist das Wahrzeichen auf dem ehemaligen Bahngelände postiert.
von hans begerow
BOCKHORN - Ihre schnellste Fahrt hat die kleine Industrielok wohl am vergangenen Sonnabend absolviert, als sie auf einem Lastwagen von dem Gelände der Firma Logemann auf der Bundesstraße in Richtung alter Bahnhof fuhr. Im zügigen Tempo fuhr Bernd Freese die vier Tonnen schwere Lok zu ihrem neuen Standort, wo sie an Bockhorns Eisenbahngeschichte erinnern soll. „Hier fuhren ja auch die Züge nach Zetel ab“, erinnerte sich Bürgermeister Ewald Spiekermann, der beim Aufstellen der Lok half.Das Besondere an der Lokomotive ist vielleicht gar nicht so sehr die technische Seite, sondern der Umstand, dass Schüler der Haupt- und Realschule Bockhorn das historische Fahrzeug in einjähriger Tätigkeit wieder instandgesetzt haben (die NWZ berichtete).
Die beiden Schüler Michael Hohmann und Eike Ewald waren dabei, als die Lok an ihren neuen Standort gehievt wurde. Zu den weiteren Mitgliedern der Schülergruppe, die die Lok restauriert haben, zählen Sebastian Okun, Andre Limberg, Fabian Schneemann, Helge Frerichs, Pascal Schnieder, Philip Brunzel und Sascha Dorn. Auf dem früher zum Bahnhof gehörenden Areal war ein kleines Gleisbett mit zwei Schienensträngen vorbereitet worden. Millimetergenau senkte Fahrer Bernd Freese das tonnenschwere Fahrzeug ab, das allerdings keinen Motor mehr hat, wie Professor Jochen Ewald erläuterte, der die Lok vermittelt hatte. Der Maschinenbau-Ingenieur ist begeisterter Eisenbahn-Fan. Und als er davon hörte, dass man für die Gestaltung des Areals beim Kreisverkehr etwas Eisenbahn-typisches suchte, sagte er: „Ich hab da etwas, ich kann euch eine Lok besorgen.“ Die Lok stammt aus dem Jahr 1959 und war als Industrielok im Einsatz, „einfache Technik, aber äußerst robust“, lobte Ewald. Zuletzt war die Lok auf
der Zeche Zollverein in Essen im Einsatz. Die Restaurierung wiederum war wiederum ein Produkt der Ganztagsbetreuung. Ewald fragte Rektor Bernd Hannstein und Konrektor Jürgen Mensch, die das Projekt gerne aufnahmen. Ein Jahr lang werkelten die Schüler dann an der Lok, die auf dem Gelände der Firma Logemann aufgearbeitet werden durfte. Am Sonnabend erfolgten nun das Verladen und der Transport zum ehemaligen Bahngelände. Dort soll sie nach einem Beschluss des Rates nun stehen. Margrit Hayen, Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte, versprach, dass noch eine Tafel aufgestellt werden soll, die über die Eisenbahngeschichte Bockhorns berichtet. Für diese Tafel wird allerdings noch Geld gesucht. Spenden werden unter anderem zum Weihnachtsmarkt in Bockhorn entgegengenommen, wenn der Heimatverein wieder seine Türen öffnet.
