BOCKHORN/ - BOCKHORN/ARNSBERG - Gerd Junker aus Bockhorn (Kreis Friesland) bleibt ganz gelassen. Einen dramatischen Mitgliederschwund von bundesweit jährlich zehn Prozent, wie ihn der Deutsche Feuerwehrverband gestern bei einem Fachtreffen in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) beklagte, kann der Vorsitzende des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes (OFV) in seinem Bereich nicht feststellen.

„Wir haben regelmäßig rund 9000 Aktive; mal sind es ein paar mehr, mal ein paar weniger“, sagte Junker gestern der NWZ . Von personellen Einbrüchen könne in der Region jedenfalls keine Rede sein. Der Deutsche Feuerwehrverband hatte vorgerechnet, dass bundesweit derzeit eine Viertelmillion Feuerwehrleute fehlen. Nach Angaben des Verbandes sind bei der freiwilligen und der hauptamtlichen Feuerwehr sowie in den Werksfeuerwehren rund 1,3 Millionen Brandbekämpfer aktiv. Lasse der Negativtrend sich nicht stoppen, werde es in einigen Jahren Gegenden geben, „in denen keiner mehr kommt, wenn‘s brennt“, prophezeite Verbandsvizepräsident Hartmut Ziebs.

Als Hauptgründe für den Mitgliederschwund nennt Ziebs familiäre Gründe und Probleme der freiwilligen Feuerwehrleute an deren zivilem Arbeitsplatz. Viele Firmen und Betriebe wollten und könnten die ehrenamtlichen Brandbekämpfer nicht aus dem Stand freistellen.

Dieses Problem ist auch Junker nicht unbekannt. „Wir gehen damit aber anders um“, sagt der OFV-Chef. Der Regionalverband achte darauf, dass die Löschmannschaften möglichst breit gestreut zusammen gesetzt werden. Junker spricht von „Einsatzschleifen“, die das betriebliche Personalproblem auf ein Minimum reduzierten.

Der OFV-Vorsitzende weiß aber auch den hohen sozialen Rang, den Feuerwehrleute in ländlichen Regionen genießen, als eine Art Standortvorteil zu schätzen. „Das mag in der Stadt etwas anders sein“, sagt Junker. Und auch die Jugendfeuerwehren „boomen“ auf dem Land. Bei manchen, so Junker, gibt es schon Aufnahmestopps. Insofern ist dem Bockhorner um die Zukunft der oldenburgischen Feuerwehren auch nicht bange. „Wer bis 16 Jahren bei der Jugendfeuerwehr war, der bleibt auch als Erwachsener dabei“, glaubt Junker.