BOCKHORN - Ihre Diamantene Hochzeit feiern an diesem Mittwoch, 25. März, Gerhard und Irene Popken in Bockhorn, An der Bäke 13. Gerhard Popken, 1917 geboren, stammt aus Ellenserdammersiel. Sein Vater war Hafenaufseher – als der Hafen in den 1920er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden musste, wollte dieser das nicht mit ansehen und zog nach Mecklenburg-Vorpommern. In Pölchow bei Rostock gründete er einen landwirtschaftlichen Betrieb.
Dann kamen die schwierigen Nachkriegszeiten. Irene, geborene Rahlff, aus Reinstorf bei Wismar, eigentlich OP-Schwester in einer chirurgischen Klinik, gab den Beruf auf, um der Mutter ebenfalls in Pölchow in der Landwirtschaft zu helfen. Über die bäuerliche Arbeit lernte sie ihren späteren Mann Gerhard Popken kennen. Der hatte es auch nicht einfach. Das elterliche Gut war zwangsenteignet und in Fünf-Hektar-Betriebe aufgeteilt worden, die nur mit viel Arbeit am Leben gehalten werden konnten.
Am 25. März 1949 wurde geheiratet. Gemeinsam bestellten Gerhard und Irene Popken ihre Felder auf dem Fünf-Hektar-Hof. Aber die Zeiten wurden immer härter. 1953 wurde die Flucht in den Westen geplant. Gerhard Popken fuhr mit dem Zug nach Berlin, die Schwiegermutter mit einem Kind nach Rostock. Irene Popken folgte allein, im sechsten Monat mit der zweiten Tochter schwanger: „So konnte ich sie am besten hinausbekommen“, sagt sie heute mit leisem Lächeln. Gerhard Popken hatte noch Beziehungen in die friesische Heimat, Peter Hüpers in Borgstede nahm die junge Familie auf. 1953 konnten die Popkens einen Bauernhof an der Bäke in Kranenkamp übernehmen. Mit der Arbeit wurde es nicht weniger, aber die Familie hielt zusammen. Heute gehören unter anderem die Töchter Margrit Hayen und Ingeborg de Wall sowie zwei Enkel dazu, ein Urenkel wird demnächst geboren.
Gerhard Popken ist seiner Heimat in Friesland und in Mecklenburg immer noch verbunden – regelmäßig liest er die Nordwest-Zeitung und die Ostsee-Zeitung. Gerhard und Irene Popken freuen sich in ihrem Alltag vor allem darauf, mit der Rheumaliga jede Woche in Dangast Wassergymnastik zu betreiben.
