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Natur Jäger aus der Dinosaurier-Zeit

Kai Hippen

BOCKHORN - Da steht ein Mann am Teich und hält einen kleinen schwarzen Kasten in die Höhe. Nein, Werner Gröning sucht keine Handy-Verbindung, er ist auf etwas ganz anderes aus. Das Gerät ist ein Bat-Detektor, mit dem sich die Ultraschall-Signale von Fledermäusen einfangen lassen: „So hören wir sie eher, als wir sie sehen“, ist Grönings Erfahrung. Er lebt in Grabstederfeld, ist eigentlich Holzblockmacher, aber ein ganz besonderer Naturfreund. Seine abendlichen Fledermaus-Wanderungen rund um den Mühlenteich in Obenstrohe finden regelmäßig großes Interesse, auch an diesem Abend sind mehr als 50 Leute dabei.

Zunächst scheint es aber kein guter Zeitpunkt zu sein: „Wenig Insekten in der Luft, Schwalben sind auch nicht da, dann bleibt der Große Abendsegler aus“, beobachtet Gröning. Auch die Wasserfledermäuse melden sich nicht. Sie jagen sonst dicht über der Oberfläche des Mühlenteiches und „keschern mit ihrer Schwanzflughaut Laufkäfer von der Wasseroberfläche ab“.

Von Mystik umgeben

Weltweit, so berichtet Werner Gröning, gibt es rund 950 Arten von Fledermäusen, in Niedersachsen immerhin 18; sie tragen Namen wie Braunes Langohr, Mops- oder Mückenfledermaus. Und dann erklärt er, warum diese Tiere von Mystik umgeben sind: „Sie haben die Evolution verschlafen, sie sind Überbleibsel aus der Zeit der Dinosaurer, es sind stille Tiere, wir hören sie nicht, wenn sie fliegen, sie singen nicht wie Vögel.“ Und umgekehrt hören die Fledermäuse auch die Menschen nicht. Auch die Lebensgewohnheiten sind interessant, die Fledermaus-Weibchen ziehen ihre Jungen in Wohngemeinschaften groß, während die Männchen „im Wald vagabundieren“, wie Gröning sagt. Jetzt im Juli und August werden die Jungen flügge, die Alten gehen wieder auf Paarungssuche.

Im Oktober suchen die Tiere ihre Winterquartiere auf, zum Beispiel Bunker, wie sie von Bernd Pannbacker, dem Fledermausbetreuer in Friesland, und seinen BUND-Freunden hergerichtet werden: „Sie haben damit sehr viel Erfolg“, freut sich Werner Gröning.

Feine Jäger sind die Fledermäuse, der Abendsegler fängt selbst Maikäfer und verspeist sie noch im Flug. Gröning warnt allerdings: „Wer Fledermäuse findet, sollte sie nie mit bloßen Händen anfassen. Sie haben ein stecknagelscharfes Raubtiergebiss. Oft sind sie von Parasiten befallen, sie können auch Krankheiten übertragen.“


Im Lichtkegel

Immer noch keine Wasserfledermaus, kein Großer Abendsegler. Gröning wechselt den Standort, zieht mit seiner Schar unter Baumwipfel. Und plötzlich schlägt der Detektor an, es tackert im dunklen Wald. Im Lichtkegel der Handlampe fliegt sie heran, eine Vertreterin der dritten Art, die am Mühlenteich auf Jagd geht, eine Zwergfledermaus.

Wieder und wieder streicht sie mit rasanten Flugmanövern um die Beobachter herum. Das freudige Kreischen der Kinder in der Gruppe stört sie nicht, denn, so Werner Gröning, „sie hört uns ja nicht, sie nimmt uns nur als Gegenstände wahr“.

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