BOCKHORN - Eine der längsten Anreisen zum Bockhorner Oldtimermarkt werden sicher Josef und Peter Nagl aufzuweisen haben. 1314 Kilometer sind sie gefahren, aber nicht einfach bequem in der Limousine, sondern mit Treckern. Die beiden Österreicher, Vater und Sohn, waren am 20. Mai in Neunkirchen in der Nähe von Wien gestartet, am 28. Mai haben sie Reepsholt erreicht, und von da aus werden sie an allen drei Markttagen, vom 8. bis 10. Juni, zum Oldtimermarkt fahren.
Ihre grünglänzenden Traktoren sind zwei Modelle der Firme Steyr, einer mit Baujahr 1947, der andere stammt aus dem Jahr 1955. Zur Karawane aus Niederösterreich gehören ein Anhänger von Steyr, gebaut 1926, ein Wohnwagen und ein Moped, eine Puch DS 50 aus dem Jahr 1974, das auf dem Anhänger mitgeführt wird. Damit kaufen sie morgens die Brötchen ein.
Die Strecke führte die Oldtimerfreunde von Österreich über die Tschechei mit Stationen in Budweis und Pilsen zunächst nach Sachsen-Anhalt. Hier hatten sie ein ganz tolles Erlebnis, wie Josef Nagl erzählt: Wir haben in Halle einen Autobus-Chauffeur nach dem Weg gefragt, da hat der uns gleich zu sich eingeladen. Kein Wunder, ist dieser Manfred Funke doch selbst Mitglied der Rottelsdorfer Schlepperfreunde. Er besitzt ein Automuseum, von dem Josef Nagl schwer beeindruckt war: So etwas habe ich noch nicht gesehen. Traktoren, Lastwagen, Pkw, vor allem aus russischer und DDR-Produktion, Trabbis und IFA, alles sehr gut aufbewahrt.
Weiter ging es für die Nagls mit ihren 26- und 30 PS-starken Zugmaschinen nach Eisleben und Quedlinburg, nach Goslar und Nienburg, nach Delmenhorst und Varel bis Reepsholt. Hier wohnt Mathilde Burgwal, eine Verwandte der Nagls. Sie war es auch, die die Verbindung zu dem Organisator des Bockhorner Oldtimermarktes, Herbert Ahlers, hergestellt hatte. Nagl: Ein sehr freundlicher Mann, der sich freut, uns begrüßen zu können. Mit der Restaurierung seiner Trecker hat sich Josef Nagl einen Kindheitstraum erfüllt. . Nagl ist Mitglied im Österreichischen Traktoren-, Landmaschinen- und Veteranenclub, auch im Grafendorfer Schwungradelclub in der Steiermark (die fahren viel Lanz, daher der Name). Vor seiner Pensionierung war er Stadtpfarrmesner, er hatte in seiner Heimatkirche die Schlüsselgewalt inne. Jetzt will er allen nur noch danken, die uns auf unserem langen Weg geholfen haben. Immer waren sie nett zu uns, nie böse.
