Bockhorn - „Wir haben gutes Holz, das bringt mehrmals Wärme. Einmal beim Aufladen, dann beim Kleinhacken und schließlich als loderndes Feuer im Kamin“, sagte Katja Lorenz von der Gemeindeverwaltung Bockhorn am Freitag bei der fünften Holzversteigerung. Ihren Kollegen vom Bauhof hatte dieses Holz schon eingeheizt. Sie hatten im gesamten Gemeindegebiet bei Baumpflegearbeiten Äste in transportierbare Stücke zersägt und diese auf dem Parkplatz gegenüber des Erlebnisbades zu Holzhaufen gestapelt.
Nun lagen dort nun 35 Haufen aus Eiche, Birke und Mischholz, mal aus dünneren Aststücken oder auch meterdicke Baumstämme, aber alle gut erkennbar nummeriert. Zahlreiche Neugierige beäugten diese Stapel von allen Seiten, denn die sollten versteigert werden. Schließlich holten sich 31 Interessenten bei Bodo ter Haseborg und Uwe Bruns von der Gemeinde Bockhorn Bieterkarten.
Die Kameraden der benachbarten DLRG spendierten wärmenden Kaffee. Dann ging das Feilschen los, alle versammelten sich um einen Haufen und, je nach Holzsorte und -größe, wurden zwischen 20 und 35 Euro als Mindestgebot aufgerufen und die Bieter schaukelten die Preise mit Fünf-Euro-Schritten in die Höhe, so dass teilweise über 90 Euro geboten wurden. Nach einer halben Stunde war alles Holz verkauft, manch einer ging leer aus, weil es ihm zu teuer wurde, andere hatte drei oder sogar vier Nummern auf ihrer Karte stehen.
„Letztes Jahr hab ich drei Haufen ersteigert“, sagte Ralf-Dieter Julius aus Grabstede, der zufrieden mit der Qualität war und deshalb wiedergekommen ist. Mehrere Raummeter Holz verheizt er zur Heizungsunterstützung im Jahr, und da das Holz ja frisch ist und erst einige Jahre trocknen muss, holt er sich regelmäßig Nachschub. „Das ist sehr bequem, ich brauche es hier nicht aus dem Wald rausschleppen“, freute er sich. Zum ersten Mal nahm Timo Lübben aus Zetel teil, um Holz für den Kamin zu kaufen.
Während der Besichtigung suchte Roland Schill sich einen Haufen zum Mitbieten aus. Am Ende hatte er ihn für 90 Euro gekauft. „Im Handel hätte ich dafür bestimmt viermal soviel gezahlt“, schätzte er. „Das ist vor allem Buche“, sagte er, die habe einen guten Heizwert und ein schönes Flammenbild. Sein Kaminholz will er nun hier vor Ort zersägen und in zwei Fuhren nach Hause bringen.
