Bockhorn/Zetel - Eigentlich sollten die Radwege auf den alten Bahntrassen zwischen Zetel und Neuenburg sowie Zetel und Bockhorn längst auf zwei Meter Breite ausgebaut worden sein. Eigentlich. Denn weil die Kosten für den Ausbau explodiert waren, wurde das ganze Projekt im Juni dieses Jahres auf Eis gelegt. Die 186 000 Euro, die die Europäische Union dazugeben wollte, reichten nicht aus. Jetzt beantragen die Gemeinden Bockhorn und Zetel bei der Europäischen Union einen neuen Zuschuss, diesmal in Höhe von 466 000 Euro. Die Lokale Aktionsgruppe der Leader-Region Südliches Friesland hat dem Antrag auf die erhöhte Fördersumme jetzt zugestimmt.
Ausbau im Frühjahr
Als nächstes wird der Antrag nach Oldenburg weitergegeben und dort geprüft. Noch in diesem Jahr rechnen die Kommunen mit einer Bewilligung der Fördergelder. Für das Teilstück der Strecke Bockhorn-Zetel auf Bockhorner Gebiet werden 174 000 Euro aus Leader-Mitteln beantragt, für das Teilstück auf Zeteler Gebiet und die Strecke Neuenburg-Zetel 292 000 Euro. „Wir hoffen, dass der Ausbau der Bahnstrecken noch vor der Brut- und Setzzeit im nächsten Jahr gelaufen ist. Sobald der Antrag genehmigt ist, gehen wir in die Ausschreibung und dann kann es losgehen“, sagt Katja Lorenz, Bockhorner Gemeinderätin. Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann sagt: „Es ist gut, dass wir die Förderquoten noch so ändern konnten, dass der Ausbau der alten Bahntrassen für die Kommunen wirtschaftlich tragbar ist. Wir gehen fest davon aus, dass die Arbeiten im nächsten Frühjahr stattfinden.“
Die Arbeiten waren schon einmal ausgeschrieben worden. Doch die Gemeinden mussten die Ausschreibung wieder aufheben, weil die Ergebnisse den geplanten Kostenrahmen gesprengt hatten: Die Maßnahme wäre deutlich teurer geworden als geplant und die Finanzierung des Projektes war nicht mehr gesichert. Deswegen stellen die Gemeinden nun einen neuen Förderantrag auf der Grundlage der Ausschreibungsergebnisse.
Die alten Bahnlinien gehören für Einheimische und Touristen mittlerweile zu den Hauptrouten von Bockhorn nach Zetel oder Zetel nach Neuenburg. Doch die Wege sind schmal, haben nur einen vier Zentimeter dicken Schotterbelag und sind bei schlechtem Wetter matschig und mit Pfützen gespickt. Die Gemeinden Bockhorn und Zetel wollen die Wege deswegen verbreitern, ausbauen und vernünftig befestigen.
Doppelt so breit
Der Plan sieht vor, dass die vier Zentimeter dicke Deckschicht abgetragen werden soll, der Untergrund der Radwege mit einer 15 Zentimeter dicken Schotterschicht gegründet und darauf die Deckschicht wieder aufgetragen werden soll.
Ein Profil soll dafür sorgen, dass das Regenwasser zu den Seiten abfließt und sich keine Pfützen bilden. Außerdem sollen die Wege von rund einem Meter auf zwei Meter verbreitert werden, so dass auch Handbikefahrer sie nutzen können.
