BöSEL - Für viele Menschen ist der Freitag, der 13., ein Unglückstag. Völlig zu Unrecht, meint die Böseler Kartenlegerin, das sei reiner Aberglaube.
Von Thomas Haselier
BÖSEL - Abergläubische Menschen verkriechen sich heute in ihrer Wohnung, um dem Schicksal so wenig Anhaltspunkte zu liefern wie nur möglich, ihnen übel mitzuspielen. Doris Welker aus Bösel kann darüber nur den Kopf schütteln. Die Kartenlegerin hat mit Aberglaube nichts im Sinn.Statistisch gesehen ereile die Menschen genauso viel Schlechtes wie Gutes, wenn der Freitag auf einen 13. falle. „Manche heiraten sogar an einem solchen Datum. Und damit liegen sie nicht einmal falsch“, meint Welker.
Ängstliche Menschen werden sich davon nicht beruhigen lassen. Sie verweisen gerne auf Historisches. So gilt der „Schwarze Freitag“ bei Börsen und Banken als besonderer Unglückstag. Immer wieder wird dieser Tag mit Bankzusammenbrüchen und Kursstürzen in Verbindung gebracht. Beispielsweise wurden am 24. September 1869 viele Anleger auf dem Goldmarkt durch Manipulationen amerikanischer Spekulanten ruiniert. 58 Jahre später – genau am 13. Mai 1927 – verzeichneten die deutschen Effektenbörsen starke Kursverluste.
Alles Zufall, sagt Welker. Es sei vielmehr so, dass man sich in solche Unglückvermutungen auch hineinsteigern könne: „Das ist wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Und wer am Freitag, dem 13. meint, dauernd seiner Frau vorhalten zu müssen, dass sie ihn nicht genug liebt, darf sich nicht wundern wenn sie am Freitag, den 13., genervt ihre Koffer packt.
Ganz anders sei der Blick in die Tarotkarten. Der habe durchaus wissenschaftliche Grundlagen, behauptet die Böseler Kartenlegerin. Denn die komplizierte Bedeutung der Karten müsse man lange sorgfältig studieren. So sei es auch folgerichtig, dass sie bald mit Hilfe eines Sozialwissenschaftlers der Universität Hamburg ein Buch über ihr Leben als Kartenlegerin herausgeben wird. Da gibt es viel zu lesen: Seit dem 15. Lebensjahr liest sie in dritter Generation aus den Karten.
