Bösel - Am 19. Dezember 2017 versammelten sich Vertreter der Gemeinde Bösel, des Landkreises Cloppenburg sowie des Unternehmens Komnexx/inexio im Böseler Gewerbegebiet Glaßdorfer Straße. Der Anlass war ein freudiger: der Spatenstich zum Breitbandausbau im Landkreis Cloppenburg. 559 Unternehmen in 29 unterversorgten Gewerbegebieten und Einzellagen im Landkreis Cloppenburg sollten bis Ende 2018 mit schnellem Internet ausgestattet werden.
Nunmehr rückt das Jahresende näher: Und bei Unternehmen wie auch in den Rathäusern des Kreises wachsen Frust und Enttäuschung. Denn selbst in der Gemeinde Bösel, die erste im Ausbau des Netzes, ist bisher kein einziges Unternehmen ans Netz angeschlossen, stellen Bösels Bürgermeister Hermann Block und Erster Gemeinderat Rainer Hollje fest. Sie berichteten von „großer Unzufriedenheit“ bei den Gewerbetreibenden in Bösel, die schon seit Monaten auf schnelle Internetverbindungen warten und immer wieder vertröstet werden.
Immerhin seien die Tiefbauarbeiten mittlerweile abgeschlossen, so Bürgermeister Block. Abgenommen seien die aber noch nicht. „Da muss auch noch nachgearbeitet werden“, betont der Verwaltungschef.
82 Prozent fertig
Laut Frank Beumker, Pressesprecher des Landkreises Cloppenburg, sind die Hausanschlüsse in der Gemeinde Bösel mittlerweile zu 82 Prozent hergestellt. Sukzessive soll nach Fertigstellung aller Hausanschlüsse die Inbetriebnahme erfolgen – zuerst in Kampe, dann folgen Bösel und Molbergen.
Verzögerungen
Der Landkreis Cloppenburg hatte die Breitband-Initiative mit Unterstützung der Kommunen auf den Weg gebracht und einen Kooperationsvertrag mit dem Unternehmen Komnexx/inexio geschlossen. Darin war festgelegt worden, dass das Projekt bis zum 31. Dezember fertigzustellen ist. Daran hatte inexio bislang festgehalten – trotz der schon häufiger laut gewordenen Verzögerungen. Nun aber musste das Unternehmen in der Baubesprechung am 15. November Verzögerungen bei der Bauausführung und ein Verzug „von fünf bis sechs Monaten“ einräumen, teilte Landkreis-Pressesprecher Frank Beumker mit. Als Gründe dafür seien fehlende Tiefbaukapazitäten und Umplanungen durch die Aufnahme von zusätzlichen Anschlussnehmern angeführt worden.
Rechtliche Schritte
Damit will sich der Landkreis Cloppenburg nicht zufrieden geben. „Der Landkreis Cloppenburg wird die Prüfung rechtlicher Schritte veranlassen“, so Kreissprecher Beumker. Auf die Fördermittel haben die Verzögerungen allerdings keine negativen Auswirkungen; sie seien verlängert worden und stehen bis Ende 2020 zur Verfügung. Mit dieser Förderung kann die Wirtschaftlichkeitslücke, die Unternehmen vom Ausbau abgehalten hätten, geschlossen werden.
Der Landkreis Cloppenburg hatte die Bürgermeister in der vergangenen Woche über die Verzögerungen informiert.
Die Erschließung von Privathaushalten, für die die EWE den Zuschlag erhalten habe, laufe dagegen sehr gut, betonte Hollje. Die Einwohner von Hülsberg werden allerdings noch länger auf schnelles Internet verzichten müssen. Möglicherweise kommen sie in einem weiteren Projekt zum Zuge, das der Landkreis nach Ende des aktuellen Ausbaus auflegen möchte.
