BöSEL - Walter Bornträger hat große Hände. Mit seinen kräftigen Fingern tastet er prüfend über meine Armbeuge. Dann macht sich ein zufriedenes Grinsen auf seinem Gesicht breit: „Ah, da haben wir doch eine pralle Vene.“ Und noch bevor ich überhaupt richtig über die Größe der Nadel nachdenken kann, versenkt Walter Bornträger sie auch schon in meiner Haut: Einen kleinen Piks spüre ich schon, weh tut eigentlich nur das Hingucken. „Einen halben Liter Blut zapfe ich Ihnen gleich ab“, erklärt Bornträger – und noch ein bisschen mehr. Schließlich werden auch noch einige Blutproben für das Labor entnommen.
Walter Bornträger arbeitet beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes in Springe. Am Dienstagabend weicht er während meiner Blutspende in der Aula der St.-Martin-Schule nicht von meiner Seite. Er erzählt mir, dass ich nach der Spende viel trinken soll – zuerst bitte etwas koffeinhaltiges: „Das hilft dem Kreislauf.“ Außerdem soll ich mich am Büfett für die Blutspender bedienen – der Körper brauche Energie. Sport und Sauna sind für den Abend nach der Spende tabu. „Kein Problem“, sage ich und verabrede mich im Kopf mit meinem Sofa. Viermal im Jahr darf ich Blut spenden, Männer dürfen sechsmal. Bornträger verrät mir auch, dass meine Blutgruppe zu den selteneren gehört – ein Anreiz für mich, regelmäßiger zur Spende zu gehen.
Doch bevor ich überhaupt auf der Liege von Walter Bornträger Platz nehmen durfte, hatte ich einige Stationen zu durchlaufen: So mussten sich Jan Elschen und Dirk Lamarre um meine Anmeldung kümmern. Dann musste ich einen Fragebogen ausfüllen über die Einnahme von Medikamenten und Erkrankungen.
Bei Petra Liebich darf ich dann auf einem der kleinen Stühle, auf denen sonst Grundschüler den Unterricht verfolgen, Platz nehmen: Sie misst die Körpertemperatur und den Blutfarbstoffgehalt. Für Letzteres werde ich ins Ohrläppchen gepikst – Petra Liebich braucht einen Tropfen Blut von mir, um ihre Arbeit machen zu können. Und sie erläutert das Informationsblatt, auf dem ich Informationen zur Blutspende an sich, zu Risiken und zum richtigen Verhalten nach der Spende nachlesen kann. Und sie erklärt, dass ich informiert werde, sollte mit meinen Blutwerten etwas nicht in Ordnung sein.
Weiter gehts: Petra Oltmann vom DRK erklärt mir, dass ich zum Arzt muss. Adil Maouzi will meinen Blutdruck messen. Spätestens hier zeige ich Nerven – der Blutdruck ist zu hoch, ich bin wohl doch nervös. Jetzt muss ich nur noch in einer Wahlkabine auf einem Stück Papier ankreuzen, ob ich mein Blut wirklich zur Spende freigeben möchte. Das nennt sich „vertrauliches Rücktrittsverfahren“. Also: Zettel in eine Urne werfen und ab auf die Liege, wo Walter Bornträger schon wartet.
Nach der Blutspende muss ich mich zehn Minuten lang ausruhen. Und dann gehts ans Büfett. Dort sitzen schon viele andere Blutspender in trauter Runde beisammen und genießen Kassler, Sauerkraut und Kartoffelpüree. Auch belegte Brote und Salate werden von den DRK-Frauen aus Bösel serviert. Die Runde ist gesellig, wir plaudern über den Eisregen, der vor der Tür heruntergeht. Petra Oltmann erzählt mir, dass viele Böseler sich miteinander verabreden, um in Gruppen zum Blutspenden zu gehen. Hans Vogelsang gehört hier zu den „alten Hasen“: Er spendet gerade zum 75. Mal und bekommt dafür einen Blumenstrauß. Einen Präsentkorb gibt es für Uwe Oltmann – er ist zum 50. Mal bei der Blutspende dabei. Ich schaffe es gerade mal auf drei Stempel in über sieben Jahren in meinem Blutspender-Pass. Keine tolle Quote, aber immerhin ein Anfang.
14 bis 18 Uhr, Fladderburgerstr. 40:
Sammlung, für den humanitären Hilfstransport in die Tschernobyl-Region14.30 Uhr, Kath. Pfarramt St. Cäcilia:
gemütliches Beisammensein, Seniorengemeinschaft19 Uhr, evangelisches Gemeindezentrum:
Jugendkreis (13 bis 17 Jahre)19.30 Uhr, Heimathaus:
Generalversammlung des HeimatvereinsHeimatbücherei:
Öffnungszeiten nach Vereinbarung unter Tel. 4166 bis 7.30 Uhr; 15 bis 18 Uhr
15 Uhr, evangelisches Gemeindezentrum:
Kindergruppe (zwischen 5 - 10 Jahren)Heimatbücherei:
Öffnungszeiten nach Vereinbarung unter Tel. 4166 bis 7.30, 15 bis 18 Uhr, 18 bis 20.30 Uhr ab 16 Jahre
