Bösel - Symbolischer Spatenstich für ein wegweisendes Projekt: 559 Unternehmen in 29 unterversorgten Gewerbegebieten und Einzellagen im Landkreis Cloppenburg werden bis Ende 2018 mit schnellem Internet ausgestattet. Die Spaten in die Erde trieben am Mittwochvormittag Vertreter des mit dem Ausbau beauftragten Unternehmens Komnexx, des Landkreises Cloppenburg sowie der Gemeinde Bösel.
Denn der Ausbau startet im Gewerbegebiet Glaßdorfer Straße – mit Blick auf fm Büromöbel. Ein auf dem internationalen Markt agierendes Büromöbelunternehmen, für das „Industrie 4.0“ und dafür notwendige hohe Breitband-Anbindungen zwingend erforderlich seien, betonte Bürgermeister Hermann Block. Er bedankte sich im Namen der 13 Städte und Gemeinden des Landkreises, dass der Ausbau – nach einer Verzögerung in den Planungen – nun angegangen werde. Schnelle Bandbreiten seien Voraussetzung für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben, betonte Block den Standortvorteil.
43 Unternehmen in Bösel
In der Gemeinde Bösel profitieren 43 Unternehmen vom Netzausbau – drei davon in Einzellagen. Sie alle haben weniger als 30 MBit pro Sekunde. Zudem können auch Unternehmer wie Privathaushalte, die entlang der Strecke liegen, in den Genuss von Glasfaser-Anschlüssen bis ins Haus kommen, machte Komnexx-Geschäftsführer Thorsten Klein deutlich. Das Unternehmen mit Sitz in Holdorf gehört seit Oktober 2016 zum Telekommunikationsunternehmen inexio, das bundesweit ein Glasfasernetz von 6000 Kilometern betreibt.
Ziel ist zunächst, insgesamt 559 Unternehmen in 29 unterversorgten Gewerbegebieten und Einzellagen im Landkreis Cloppenburg zu erschließen. Der Landkreis Cloppenburg sei mit dem flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes „Vorreiter in der Bundesrepublik“, betonte Klein. Derzeit seien in Deutschland erst sieben Prozent mit einem entsprechenden Anschluss ausgestattet. Dagegen gebe es einige Ausbauprojekte, die auf eine Ertüchtigung der Kupferleitungen abzielen – „zu kurz gesprungen“ für Klein. Hier würde in einigen Jahren erneut investiert werden müssen. Allerdings sei der Nordwesten auch durch die Bodenstrukturen geeignet für den Ausbau.
Nach dem Start in Bösel soll es in Abständen von vier bis sechs Wochen zunächst in Friesoythe, dann in Molbergen weitergehen.
Oberste Prämisse sei, vorhandene Infrastruktur wie Glasfaser-Leitungen oder Leerrohre zu nutzen. Im Gewerbegebiet Osterloh ist das etwa möglich. Das sei zwar zeitaufwendig, aber unverzichtbar, so Klein.
Drei Millionen Euro
Der Geschäftsführer hofft, dass der Zeitplan gelockert werde und es auch nach der Wahl Förderkulissen geben werde. Denn auch dieser Ausbau wird großzügig durch Fördergelder unterstützt: Insgesamt fließen knapp drei Millionen Euro an Fördermitteln in den Ausbau. Die nicht förderfähigen Kosten teilen sich der Landkreis Cloppenburg und die Städte und Gemeinden je zur Hälfte.
Erster Kreisrat Ludger Frische sagte: „Wir wollen die Digitalisierung voranbringen, um den ländlichen Raum zu stärken.“ Selber hätte der Kreis den Ausbau aber nicht bewältigen können. Der Ausbau biete Unternehmen jetzt eine entsprechende Basis, auf die aufgebaut werden könne.
