BöSEL/EDEWECHTERDAMM - BÖSEL/EDEWECHTERDAMM - Das Niedersächsische Umweltministerium will prüfen, ob ein Teil der bislang für die Wiedervernässung vorgesehenen Abtorfungsflächen im Böseler Vehnemoor für die landwirtschaftliche Nutzung freigegeben werden. Das erklärte Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) jetzt im Anschluss an ein Gespräch mit Hülsberger Landwirten gegenüber der NWZ . Gleichzeitig hat Sander Vertreter der Landwirte, des Landkreises Cloppenburg und Bürgermeister Hermann Block nach Hannover eingeladen, um mit Landwirtschaftsminister Heinrich Ehlen (CDU) die Problematik zu erörtern. Bekanntlich wendet sich die Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Vehnemoores – wie berichtet – gegen eine landwirtschaftliche Nutzung der Flächen.

Bislang ist vorgesehen, das betroffene Areal als Naturschutzgebiet auszuweisen. Die Landwirte befürchten nach Angaben von Sander Beeinträchtigungen bei der Tierhaltung, sollte das feuchte Naturschutzgebiet bis an die Hofflächen heranreichen. Das Ministerium werde nun prüfen, ob als Abgrenzung zwischen dem geplanten Naturschutzgebiet und den von den Siedlerhöfen landwirtschaftlich genutzten Flächen eine Pufferzone eingerichtet und von den Bauern bewirtschaftet werden kann. Sander zeigte Verständnis: „Die 23 Siedler haben Angst um ihre berufliche Zukunft.“ Die Größe der Pufferzone ist offen.

Vor dem Treffen besuchte der Minister das Werk Nord der Klasmann-Deilmann GmbH in Bösel/Edewechterdamm. Dort informierte Firmengeschäftsführer Dr.-Ing. Hans-Georg Belka den Minister über die Unternehmensstruktur und den Torbfabbau. Klasmann-Deilmann baut im Vehnemoor noch gut 20 Jahre großflächig Torf ab und verarbeitet ihn größtenteils zu Gartentorf. Bereits abgetorfte Flächen von etwa 150 Hektar Größe werden bereits renaturiert. Davon konnte sich Sander bei einem Gang durch das Moorgebiet überzeugen.

Neuland will der Landkreis Cloppenburg im Vehnemoor-Naturschutzgebiet „Jordans-hof“ betreten. Johann Viets, Leiter des Amtes für Planung, Natur und Umwelt der Kreisverwaltung, erläuterte Umweltminister Sander ein Pilotprojekt, mit dem ein gutes Dutzend skandinavischer Elche auf der 96 Hektar großen Schutzfläche eingebürgert werden sollen. Allerdings ist das Projekt mit erheblichen Kosten verbunden. So muss das gesamte Gebiet eingezäunt werden, um die Elche am Fortzug zu hindern. Nach Angaben von Viets ist das Vorhaben nicht ohne finanzielle Unterstützung des Landes zu realisieren. Ein entsprechender Antrag an das Umweltministerium sei bereits unterwegs. Die Elche sollen den Bewuchs auf den ehemaligen Moorflächen kurz halten.