Bösel - GS Agri hatte in der vergangenen Woche angekündigt, den Agrarbereich in Friesoythe zu zentrieren. In Bösel sollen aber der Baustoffhandel und der Haus- und Gartenmarkt erhalten bleiben. An welchem Standort, ist allerdings noch nicht entschieden. „Darüber machen wir uns in den nächsten Wochen Gedanken“, hatte Jürgen Focke vom Bau- und Projektmanagement GS Agri gesagt. Doch wie geht es ohne das Zugpferd GS Agri weiter mit dem geplanten Gewerbegebiet Westerloh in Bösel?
Die Gemeinde hatte für die Entwicklung des Baugebiets verschiedene Gutachten in Auftrag geben müssen. Gefordert worden war ein Brutvogel-Gutachten. Das sei abgeschlossen, liege aber noch nicht vor, sagte Bürgermeister Hermann Block. Ein Entwässerungsplan werde derzeit erstellt und auch der Schallschutz war Gegenstand eines Gutachtens. Signal des Gemeinderates sei immer gewesen, erst nach den Gutachten und der öffentlichen Auslegung zu entscheiden, ob der Bebauungsplan tatsächlich als Satzung beschlossen werden solle. Bis Weihnachten soll Klarheit herrschen, so Block. Er favorisiere Westerloh als Gewerbestandort. Denn die Gemeinde Bösel werde ein neues Gewerbegebiet ausweisen müssen.
Grund dafür: Im Gewerbegebiet Glaßdorfer Straße werden die Flächen knapp. Anhängerbau Böckmann möchte dort ansiedeln, Landmaschinen Bothe auch. Bauunternehmer Südkamp baut bereits kräftig. Laut Block seien die „Chancen gut, in den nächsten Wochen die Flächen dort weiter zu verknappen“, gemeint ist: Eine weitere Firmenansiedlung könnte folgen.
Neben GS Agri war es Bruns Landmaschinen, die gerne aus dem Ortskern heraus wollten und den Bereich Westerloh als möglichen Standort ins Auge gefasst hatten. Geschäftsführer Walter Bruns sagte am Montag auf Nachfrage, man halte an der Überlegung fest, wenn sich die Chance bietet, dorthin auszusiedeln. Allerdings sieht die Bruns-Geschäftsführung dafür keinen erhöhten Druck: „Im Moment können wir mit der Situation leben“, so Bruns.
In die Entscheidung, ob es in Richtung Westerloh gehen könnte, spielt auch die künftige Ausrichtung des Lidl-Discounters nebenan hinein. Lidl modernisiert deutschlandweit seine Filialen. Eine Erweiterung der Filiale wäre durch den Umzug möglich. Allerdings habe Bruns auch die Kosten für einen möglichen Umzug im Blick.
