BöSEL - BÖSEL - Jeden Montag ist Handarbeiten im Pfarrheim in Bösel angesagt, und das nun schon seit mehr als 25 Jahren. Eigentlich hatte sich die Gruppe „Strick-, Stick- und Häkeltreff“ getauft. Inzwischen nennt sie sich „Montagshandarbeitsgruppe“. Im Vorjahr hat sie ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert.
Aus diesem Anlass wurden im Frühjahr und zu Weihnachten Basare veranstaltet. Der Erlös des Frühjahrsbasars wurde der Caritas Duisburg zugewendet. „Hilfe zur Selbsthilfe ist unser Motto“, sagt die Sprecherin Elisabeth Lübbe von der Böseler Handarbeitsgruppe. Deshalb ist von dem Erlös von 1300 Euro eine kleine Schafherde angeschafft worden.
Sozialarbeiter Heribert Hölz aus Duisburg war nun zu Gast bei den Frauen, um über die Bosnien-Hilfe zu berichten. Wenn auch die Hilfstransporte für Bosnien nachgelassen haben, sei hier dringend Hilfe erforderlich. So sind besonders in den kleinen Orten noch sehr schlechte Infrastrukturen. Strom, fließend Wasser und vieles mehr gibt es dort nicht. „Das Helfen dort ist für mich zur Sucht geworden, wenn man einmal anfangen hat, kann man nicht mehr aufhören“, so Hölz. Zu seiner Freude überreichte ihm Elisabeth Lübbe den Erlös von 2600 Euro aus dem Weihnachtsbasar, um so den Ankauf von zwei weiteren Schafherden zu finanzieren.
Und auch über eine weitere Schafherde konnte sich Hölz freuen. Anne Heese – Tochter von Christel Themann, die den Böseler Handarbeitskeis mitgegründet hatte –, überreichte 1300 Euro. Sie stammen aus einer Handarbeitsgruppe der katholischen Gemeinde ihres jetzigen Wohnorts Osterholz-Scharmbeck.
Vier von den Gründerinnen der Böseler Gruppe sind noch heute aktiv dabei: Brigitte Kock, Erna Meinen, Gerda Bruns und Christel Themann. „Heute gehören unserer Gruppe etwa 20 Frauen im Alter von knapp 50 bis 78 Jahren an“, berichtet Sprecherin Elisabeth Lübbe. Den Sinn und Zweck der Gruppe hat sie schnell erklärt. „Frauen, die sonst nicht rauskommen, haben so die Möglichkeit, ein paar Stunden mit anderen Frauen zu verbringen“. Denn es wird montags nicht nur gehandarbeitet, sondern auch bei einer Tasse Kaffee und einem Stück selbst gebackenem Kuchen geplaudert.
Beim Handarbeiten macht jeder das, was er gerne möchte. Stricken, Sticken oder Häkeln ist dann in verschiedenen Variationen Trumpf. Ein Teil ihrer Produkte wie zum Beispiel Socken, Pullover oder Decken sind dem Seniorenbasar zur Verfügung gestellt worden. Ansonsten arbeitet „jeder für sich“.
Verschiedene Techniken werden angewendet. Für die richtige Anleitung sorgt Christel Themann. „Sie hat uns im Laufe der Jahre vieles beigebracht und steht uns immer mit Rat zur Seite“, so Lübbe.
Dreimal im Jahr unternehmen die Damen eine Halbtagesfahrt. Die letzten Fahrten führten in den Harz, nach Hameln oder zur Tülpenblüte nach Amsterdam.
