BöSEL - Zur Gründung vor 75 Jahren hatte der Hegering Bösel gerade mal 20 Mitglieder. Heute sind es 170 Mitglieder, und Nachwuchssorgen plagen den Verein im Jubiläumsjahr nicht im geringsten. „Durchschnittlich legen bei uns jedes Jahr drei neue Jäger ihre Prüfung ab, darunter sind auch immer mehr Frauen“, berichtet der Vorsitzende Dominik Hempen.
Er selbst ist leidenschaftlich gern Jäger und freut sich, den Verein im Jubiläumsjahr führen zu können. Mitglied ist Hempen seit 1989, Vorsitzender seit 2003: „Der Umgang mit der Natur, das Bewegen in der Natur – das ist für mich das Besondere.“ Hempen mag das stundenlange Ausharren auf dem Hochsitz und genießt, was die heimische Natur ihm zu bieten hat. Aber auch die Geselligkeit im Verein sei schön und wichtig.
Als erfahrener Jäger weiß Hempen aber auch, dass sich bei der Arbeit im Hegering über die Jahre hinweg viele Veränderungen eingestellt haben. „Das Schwarzwild hat beispielsweise stark zugenommen, das stellt uns vor neue Herausforderungen.“ Mit den Landwirten seien die Jäger immer im engen Dialog. „Zu großen Schäden ist es da bisher bei den Landwirten durch die Wildschweine nicht gekommen.“ Auch der Siedlungs- und Straßenbau sowie der Anbau von Bioenergiepflanzen habe Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Tiere. Weil immer mehr Grünflächen verschwinden, legen die Jäger Ausgleichsflächen und Hegebüsche an.
9000 Hektar umfasst die Fläche des Jagdbezirks, für den der Hegering Bösel zuständig ist. Unterteilt ist das Gebiet in zwölf Genossenschaftsreviere und sechs Eigenjagdbezirke. Hempen: „Bejagt werden die klassischen Niederwildarten Fuchs, Hase, Fasan, Ente, Taube und Raubzeug.“ Dazu kämen pro Jahr rund 200 Stück Rehwild und mittlerweile rund 20 Wildschweine. Ihre Schussfertigkeit müssen die Mitglieder regelmäßig trainieren, sagt Hempen.
Vor 75 Jahren war Johann Bley der erste Hegeringleiter. Es folgten Willi Höffmann, Arnold Aumüller sen. und ab 1969 Hans Fennen. Und der behielt den Posten bis 2003 als dann Dominik Hempen in seine Fußstapfen trat. Jürgen Aumüller ist heute der stellvertretende Vorsitzende, Schriftführer ist Josef Runden, um die Finanzen kümmert sich Dr. Alexander Grafe.
Die Jagdhornbläsergruppe des Vereins ist natürlich unverzichtbar. Sie trainiert derzeit für die Teilnahme am Kürwettbewerb der niedersächsischen Jagdhornbläser im Juni in Cloppenburg.
Der traditionelle Kohlgang des Hegerings im Februar fällt dieses Jahr aus. Stattdessen wird der 75. Geburtstag groß gefeiert: Los geht das Fest am Sonnabend, 12. Februar, um 18 Uhr mit der Hubertusmesse in der St.-Cäcilia-Kirche in Bösel. Mit dabei ist die Jagdhornbläsergruppe Hubertus-Lorup. Anschließend sind alle Mitglieder und Ehrengäste zum Empfang mit Kohlessen in den Saal Bley eingeladen.
