BöSEL - Die Reise ist fast 2000 Kilometer lang. Es ist der zwölfte Transport. Viele Helferinnen und Helfer sind aktiv.
Von Wilfried Leser
BÖSEL - Noch sind es einige Wochen hin, wenn Ende März der 12. humanitäre Hilfstransport nach Tschernobyl des „Arbeitskreises Hilfe für Tschernobylkinder“ auf die fast 2000 Kilometer Reise geht. Die Vorbereitungen laufen zurzeit auf „Hochtouren“.„Die politische Situation im Land hat sich verschlechtert“, sagt Herbert Bley, Leiter des Arbeitskreises. Viele Zollformalitäten seien zu erledigen. Das mache viel Mehrarbeit. Doch die vielen Helferinnen und Helfer lassen sich davon nicht entmutigen. Alle sind sich einig: „Wir müssen und wollen helfen.“ So starten am 31. März zwölf Helferinnen und Helfer in Richtung Tschernobyl. Am 6. April werden sie zurückerwartet. Mit zwei LKW und zwei Wohnmobilen wollen sie die Hilfsgüter transportieren.
Dazu gehören zum einen die vielen individuell gepackten Familienpakete. Das ganze Jahr über sind Frauen unter der Federführung der kfd Bösel damit beschäftigt und packen fleißig in den ehemaligen Räumen des Landhandels Meyer. Sogar aus einigen anderen Orten sind Helferinnen dabei. Mit zum Team gehört Hubert Theilmann.
Grundlage für das Packen der Pakete sind Briefe von den Empfängern. Die Frauen versetzen sich in die Lage der Familien und fügen entsprechend Kleidungsstücke oder Spielwaren bei. Warum sich die Frauen in ihrer Freizeit hierfür engagieren, darüber sind sich alle einig: „Wer die Briefe liest, ist gerührt und motiviert, sich hier einzusetzen.“ Da ist zum Beispiel ein Dankesbrief einer Familie, die sich mit ihren drei Kindern und dem Vater nach einem Hausbrand ein Zimmer teilt. Oder der Brief eines älteren Herrn, der selber „kein Geld für Medikamente hat, aber zwei kleinen Kindern helfen möchte, die keinen Vater haben“.
Die Helfer werden mit den Paketen zu der Schule in Schmurovka fahren, von hier aus werden die Pakete an die Familien verteilt. Weitere Hilfsgüter sind u.a. acht gebrauchte PCs aus der EDV-Werkstatt der Haupt- und Realschule Bösel, Fahrräder, Schulmöbel, Wandtafeln und auch die alte „Lehrerküche“ aus Bösel.
Die Schule ist in einer alten Baracke untergebracht, die Räumlichkeiten lassen nur einen Unterricht in zwei Schichten zu. Angefahren wird auch ein Kindergarten, wo Hilfsgüter ausgeladen werden.
Während des Aufenthalts ist auch ein Wiedersehen mit den Kindern geplant, die im vergangenen Jahr ihre Sommerferien im Kreis Cloppenburg verbracht haben. Es soll ein Treffen mit ihren Eltern organisiert werden.
Im Mai will übrigens eine weitere Gruppe nach Tschernobyl starten. Die Gasteltern der Ferienkinder des Arbeitskreises wollen zu einem Besuch aufbrechen, nähere Informationen gibt es darüber bei Ludwig Wreesmann, Altenoythe.
