Bösel - Die Stuhlreihe für Gäste im Ratssaal des Rathauses war gut gefüllt. Das Interesse vieler hatte der Tagesordnungspunkt „Bebauungsplan Nr. 58 Gewerbegebiet Südkamper Ring“ geweckt.
Die Notwendigkeit, neue Gewerbeflächen zu erschließen, machte zunächst Bürgermeister Hermann Block deutlich: In den Gewerbegebieten Osterloh und an der Industriestraße sind seit Langem keine öffentlichen Flächen mehr frei, im Gewerbegebiet Petersdorf sind derzeit noch 1,4 Hektar nicht verkauft – „aber konkret nachgefragt“, so Bürgermeister Block. Im Gewerbegebiet Glaßdorfer Straße stehen noch 1,8 Hektar zur Verfügung. Wie es mit dem geplanten Gewerbegebiet Westerloh weitergeht, bleibt abzuwarten. Darüber muss die Politik entscheiden.
Wahllos neue Gewerbeflächen in der Gemeinde auszuweisen sei nicht erlaubt, betonte der Verwaltungschef. Umso glücklicher ist die Gemeinde darüber, dass sie direkt im Anschluss an das Gewerbegebiet Glaßdorfer Straße eine rund 7,5 Hektar große Fläche hatte kaufen können. Der Planungsausschuss hat am Mittwoch den Aufstellungsbeschluss auf den Weg gebracht.
Probleme bereitet vor allem die Erschließung. Anwohner befürchten, dass diese über den Südkamper Ring führen und ihnen damit künftig viel Lkw-Verkehr bescheren könnte. Eine Erschließung, die nach Meinung von CDU-Ratsherr Heiko Thoben „schwer zu vertreten“ sein würde. Der strikten Ablehnung von Matthias Preuth (Bündnis Bösel), der auf „größtmögliche Akzeptanz“ der Böseler Wert legt, konnte Bürgermeister Block allerdings nicht folgen. Falls der Südkamper Ring die einzige Option bleibe, müsse man sich über die Situation dort Gedanken machen. In der derzeitigen Form jedenfalls wäre die Zufahrt nicht geeignet.
Politik, Gemeinde und auch das Planungsbüro Topos setzen vor allem auf zwei Alternativen: eine neue Zufahrt von der K 300 aus – im nördlichen Bereich des Geländes könnte diese geschaffen werden, da im südlichen Bereich ein größerer Höhenunterschied zu überbrücken wäre. Ob die zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr da mitspielt, ist allerdings fraglich.
Die andere Möglichkeit wäre, die Franz-Meyer-Straße im bestehenden Gewerbegebiet Glaßdorfer Straße zu verlängern. Dafür benötigt die Gemeinde aber eine etwa elf Meter lange Fläche von FM Büromöbel. Und dort werden nach dem Unternehmensverkauf die Entscheidungen längst nicht mehr alleine in Bösel getroffen.
Die Gebäude im nördlichen Bereich sollten auf eine Höhe von zehn Metern begrenzt werden, im südlichen Bereich sollten Höhen bis 15 Meter wie im Gebiet Glaßdorfer Straße erlaubt werden, stellte Thomas Homm vom Planungsbüro Topos die Planungen vor.
