Bösel - Hohe Investitionen wird der Generalentwässerungsplan nach sich ziehen, den die Gemeinde hat aufstellen lassen und der dem Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt, Planung, Bau und Verkehr nun vorgestellt worden ist. Das Planungsbüro Hahm („pbh“), Osnabrück, hatte sich mit den Anforderungen der Regenwasserkanäle und Regenrückhaltebecken befasst und festgestellt, wo nachgebessert werden muss. Die Planung war mit dem Landkreis Cloppenburg und der Friesoyther Wasseracht abgestimmt worden. Gleichzeitig hatte der OOWV die Schmutzwasserkanäle in Augenschein genommen.
Die Regenwasserkanalisation umfasst rund 740 Haushalte auf rund 35,5 Kilometern Länge sowie zehn Regenrückhaltebecken. Die Experten hatten aus der Untersuchung einen Maßnahmenkatalog mit 21 Projekten aufgestellt, der in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll, um die Regenwasserkanalisation in der Gemeinde wieder auf den aktuellen Stand zu bringen.
In diesem Jahr noch soll der Kanal zwischen Bremersdamm und Hempendamm angegangen werden. Dort soll auf einer Länge von 650 Metern die Verrohrung erneuert und vergrößert werden, Kostenpunkt: rund 470.000 Euro. Hintergrund: Die Verrohrung sei hydraulisch überlastet und baufällig – dermaßen sogar, dass nicht einmal eine Kamerabefahrung dort möglich gewesen sei, machte Phillip Rolke vom Planungsbüro deutlich.
Wie genau die Arbeiten laufen sollen, ist derzeit allerdings noch nicht klar. Denn sollte auf bestehender Trasse saniert werden, würde das zwar geringere Investitionskosten bedeuten, allerdings wären die Unterhaltungskosten höher – eben genau der Grund, warum der Kanal in dem schlechten Zustand sei, so Rolke.
Die Vorzugslösung wäre eine Verlegung unter die Vidamer Straße – zwar mit höheren Kosten verbunden, dafür aber einfacher zu unterhalten. Der Landkreis Cloppenburg fordere aber weitere Untersuchungen dafür, machte der Planer deutlich.
Für den Fladderburger Schloot soll mit hoher Priorität im Jahr 2020 ein Regenrückhaltebecken errichtet werden. Inklusive Ertüchtigung liegen die Kosten dafür bei rund 900.000 Euro. Derzeit ist dafür eine gemeindeeigene 14.000 Quadratmeter große Fläche im Bereich der Feldstraße nahe des Osterloher Schloots vorgesehen – „viel zu weit weg“, urteilt allerdings Bösels Bürgermeister Herrmann Block, der eine Fläche näher zum Ortskern bevorzugen würde.
Weiterhin soll mit Priorität eins der Kanal unter der Ortsdurchfahrt Petersdorf mit angegangen werden. Hintergrund ist hier, dass der Landkreis die Hauptstraße in Petersdorf – wie berichtet – umfassend sanieren und neu gestalten will, so könnten Kosten gespart werden.
Weitere Investitionen stehen ab 2020 bis 2022 an: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können, hofft die Gemeinde Bösel bei der Bahnhofstraße/Thüler Straße. Denn auch hier ist der Kanal unter der Straße „stark überlastet“. Mittel für die Sanierung auf einer Länge von 1040 Metern könnten aus dem Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ fließen. Die Gemeinde rechnet derzeit mit Kosten in Höhe von einer Millionen Euro. Saniert werden muss in diesem Zeitraum auch das Kanalnetz an der Eichendorffstraße (276.000 Euro) und am Hölker Weg/Berliner Ring (808 000 Euro).
Langfristig sehen die Abwasser-Experten weiteren Investitionsbedarf: im Bereich Bernethsdamm (134.000 Euro), Auf dem Rahe (227.000 Euro, Netzerweiterung), Mohnstraße (420000 Euro), Friesoyther Straße (267.000 Euro), Petersdorf West (590.000 Euro), Häherweg (263.000 Euro, Netzerweiterung), Vidamer Straße (149.000 Euro, Netzerweiterung), Schulweg (94.000 Euro) und Overlaher Straße (228.000 Euro).
