BöSEL - Jeden Dienstag trifft sich die Gruppe. Frauen sind nur bei besonderen Veranstaltungen zugelassen. Über jedes Jahr gibt es ein Kegelbuch.

Von Wilfried Leser

BÖSEL - Geburtstage sind dazu da, dass sie gefeiert werden, runde Geburtstage ganz besonders. Dies taten nun die 15 Mitglieder des Böseler Kegelclubs „Scharfe Kante“, die sich zur Feier ihres 40-jährigen Bestehens in ihrem Vereinslokal Sommer trafen. Zur Feier hatten sie auch ihre Ehefrauen eingeladen.

1967 wurde der Kegelclub „Scharfe Kante“ gegründet. „Junge Leute“ trafen sich damals nach einem Fußballspiel im Gasthof Sommer. Da wurde die Idee zur Gründung eines Kegelvereins geboren. Zehn Mann stark war der Verein in der Gründerzeit. Erster Kegelvater war Helmut Hempen, heute ist es Werner Schütte. Mit Georg Pleye, Heinrich Höffmann und Ulrich Boneß sind heute noch drei Gründungsmitglieder aktiv dabei.

Wie der Verein zu dem Namen „Scharfe Kante“ gekommen ist, daran kann sich Georg Pleye erinnern. „Wir waren zu einem Kegeln in Wardenburg eingeladen“. Die Böseler kamen damals mit der Bahn nicht so gut zurecht, es wurden viele „Pumpen“ geworfen. Die Kugeln wurden dabei sehr „scharf“ auf die Kante angesetzt. Da kam der Vorschlag aus den Wardenburger Reihen für den bisher namenlosen Verein: „Nennt Euch doch Scharfe Kante“.

Dem Vorschlag folgte man. Seitdem treffen sich die Kegler – heute auf 15 angewachsen – jeden Dienstag auf Sommers Kegelbahn. Dabei wird jedes Mal der „Kegler der Woche“ ausgekegelt. Am ersten Dienstag im neuen Jahr wird ein „Jahresmeister“ ausgekegelt. Eine große Plakette, auf der jeweils die Namen der Jahresmeister verewigt werden, hängt auf der Kegelbahn. Über jedes Jahr ist ein Kegelbuch geführt, so dass Karl Albers eine stolze Sammlung von 40 Kegelbüchern vorweisen kann.


„Das Kegeln dienstags ist ein reiner Männerabend“, sagt Karl Albers. Doch auch die „besseren Hälften“ der Kegler kommen nicht zu kurz. Sie treffen sich oft zeitgleich und unternehmen selber etwas.

Nicht nur das Kegeln steht bei der „Scharfen Kante“ an, auch Geselligkeit wird fleißig gepflegt. Mit dabei sind dann natürlich auch die Ehefrauen. So zum Beispiel bei den Ausflügen. Breslau, Trier, Frankreich, Harz oder gar dreimal Luxemburg waren u. a. die Ziele.

Traditionell werden im Mai immer im Dorfpark die Eichen gegossen und „gemessen“. Bei der Einweihung des Dorfparks 1984 hat der Verein dort drei junge Eichen gepflanzt. Die Tradition verlangt, dort jedes Jahr zu kontrollieren, was aus ihnen geworden ist. Weitere Traditionen werden im November mit dem „Schaf-Essen“ und im Dezember mit einem „Aal-Essen“ gepflegt.

Bei der Jubiläumsfeier hatten sich die Kegler für ihren Kegelbruder Heinrich Höffmann etwas Besonderes ausgedacht: Sie überreichten ihm einen Präsentkorb als Dankeschön für seine 40-jährige Kassenführung.