BöSEL - „Mmhh, lecker“, murmelt Jan leise vor sich hin und nimmt gleich noch einen großen Schluck frisch gepressten Apfelsaft aus seinem Becher. Auch Luisa schnappt sich schnell einen Becher und zapft sich etwas von dem Saft ab. „Sauer, aber gut“, fällt das blonde Mädchen ihr Urteil und strahlt dabei übers ganze Gesicht. Die anderen Jungen und Mädchen aus der Gruppe „Die wilden Kerle“ vom Kindergarten St. Anna Bösel machen es den beiden nach: Es ist Zeit, um den Saft zu probieren, den sie zuvor in Gemeinschaftsarbeit gepresst haben.
Und wie genau Apfelsaft hergestellt wird, zeigt den Kindern Theo Gelhaus. Er wohnt an der Overlaher Straße und verfügt über die richtige Ausstattung, um den beliebten Saft herzustellen. Dafür brachten die Kinder eine große Kiste mit Äpfeln mit, die sie vorher auf einer Apfelbaumwiese gesammelt hatten. Die Vorschulkinder beschäftigen sich derzeit in ihrer Gruppe mit dem menschlichen Körper: mit der Anatomie, den Sinnen und eben auch dem Thema Ernährung. „Wir haben auch schon Apfelmus gemacht“, erzählt die Erzieherin Ulla Aumann. Während die Kleinen im Kindergarten die Äpfel klein schneiden mussten, geht das bei Theo Gelhaus ganz fix: Die Jungen und Mädchen dürfen einfach die gewaschenen Äpfel am Stück in eine Maschine werfen, die das Obst klein schreddert. Die kleinen Stücke füllt Theo Gelhaus schließlich in eine große Presse. Kaum angestellt, läuft schon wenige Sekunden später der Saft aus der Maschine raus. Und da ist eben Jan der erste, der seinen Becher unter den Strahl hält und den aromatischen Saft probiert. Selbst Leon, der zunächst größte Skeptiker in der Gruppe, probierte den frischen Saft und räumt ein: „Der schmeckt mir.“ „Es ist schön, den Kindern zu zeigen, woher Lebensmittel kommen“, erläutert Theo Gelhaus seine Beweggründe, die Kinder zu sich einzuladen. Und Ulla Aumann erläutert, dass die Kinder so anschaulich Zusammenhänge erfassen können: „Da brauchen wir gar nicht mehr viel zu erklären.“
Am Ende zeigte Maria Gelhaus noch, wie der frische Saft erhitzt und bei knapp 80 Grad Celsius in Beutel gefüllt wird. „Das ist heiß“, merkt Nour gleich und fasst wie Lisa-Marie mutig mit den Fingerspitzen einen Beutel an. Und Maria Gelhaus erklärt: „Aber heiß dürft ihr den nicht trinken, das gibt nur Bauchschmerzen.“
