Bösel/Kreis Cloppenburg - Jäger erhalten jetzt Abschussprämien für Wildschweine und das Land wird Container für verendete Wildschweine aufstellen. Unabsehbar seien die Folgen einer Afrikanischen Schweinepest (ASP) für den Kreis Cloppenburg, meint Dr. Karl-Wilhelm Paschertz, Veterinäramtsleiter des Landkreises Cloppenburg. Sowohl Fleisch als auch lebende Schweine unterlägen beim Auftreten nur eines einzigen ASP-Falles Vermarktungsbeschränkungen, deren fatale wirtschaftliche und gesundheitliche Auswirkungen in einem Kreis mit 1,8 Millionen gehaltenen Schweinen und nahezu zehn Millionen Schweineschlachtungen im Jahr „mehr als gravierend“ seien.
Infolge einer großen Exportabhängigkeit der Schweinefleisch produzierenden Unternehmen sei die Gefahr eines Zusammenbruchs des Schweinemarktes mehr als wahrscheinlich, weil Drittländer die Einfuhr von deutschem Schweinefleisch stoppen könnten; selbst wenn es zu einem ASP-Ausbruch außerhalb des Landkreises käme. „Der ernsten Bedrohungslage für Hausschweinebestände muss durch eine strikte Einhaltung der Biosicherheitsbestimmungen begegnet werden“, fordert Paschertz.
Um die Wildschweine als Überträger der Seuche in ihrem Bestand zu reduzieren, zahlt das Niedersächsische Agrarministerium allen Jägern, die über ihr bisheriges Kontingent zusätzliches Schwarzwild schießen, 50 Euro Aufwandsentschädigung pro Tier. Dafür wird zunächst die bisherige Zahl der erlegten Wildschweine genau ermittelt. Für den Einsatz von Hunden bei Drückjagden soll es 25 Euro pro Hund Zuschuss geben. Außerdem plant das Land, für vier Jahre einen Berufsjäger einzustellen. Er soll Jägern bei Informationsveranstaltungen beibringen, wie Wildschweine in Fallen gefangen werden können.
Darüber hinaus will das Land, um auf einen Ausbruch der Krankheit besser vorbereitet zu sein, fünf Container anschaffen. Damit könnten verendete Wildschweine so entsorgt werden, dass keine Körperflüssigkeiten mehr austreten. Fünf Bergeteams werden dazu ausgerüstet.
