BöSEL - Sagenhafte 21 300 Liter Milch gab die „Schwarzbunte“ aus Overlahe. Warum das so ist, weiß auch Besitzer Thomas Freke nicht so genau.

Von Thomas Haselier

und Hermann Gerdes

BÖSEL - Landwirt Thomas Freke hat gut lachen: In seinem Stall steht die leistungsfähigste Milchkuh im gesamten Regierungsbezirk Weser-Ems. Die sechseinhalbjährige „Mercedes“, eine Tochter der Schwarzbunten „Addison“, lieferte während ihrer letzten so genannten 305-Tage-Laktation die sagenhafte Menge von genau 21 291 Litern Milch. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Milchleistung vieler Betriebe liegt beim weniger als 12 000 Litern.

Was für den Böseler Rinderhalter Freke noch besser ist: „Mercedes“ liefert nicht nur die meiste Milch, sondern auch noch eine besonders hochwertige. Denn ihre Milch hat nur 2,8 Prozent Fett (Durchschnitt: 4,15 %). Und weniger Fett in der Milch verspricht höheren Gewinn. Geänderte Ernährungsgewohnheiten führen zu einer steigenden Nachfrage nach Light-Produkten mit niedrigen Fettgehalten. Aufgrund der Fettkorrektur der Milchquote wird durch ein Absenken des Fettgehaltes die Milchquote rechnerisch erhöht, so dass Freke mit seinem 130-Kühe-Betrieb mehr Milch abliefern kann.

Warum seine Kuh so erfolgreich ist, vermag Landwirt Thomas Freke nicht letzter Gewissheit zu sagen. „Ihr geht es offenbar sehr gut bei uns“, vermutet Freke. Die Kuh sei noch nie ernsthaft krank gewesen. Im Sommer ist sie wie alle anderen auf der Weide, jetzt im Winter im Stall. Der gute Weidenboden muss wohl seinen Anteil haben wie auch das übrige Futter.


Viermal hat „Mercedes“ gekalbt. In einem Fall hatte sie sogar Zwillingskälber. Wie lange die Kuh noch als Milchlieferant ihren Dienst tut, ist ungewiss, den eigentlich habe sie ihren Zenit schon überschritten. Doch nichts deutet derzeit darauf hin, dass Milchkuh „Mercedes“ schon bald nur noch Kuh ist.