BöSEL/MIROSLAVAS - Wenn am Sonnabend, 13. September, um 6 Uhr in der Früh der Hilfskonvoi nach Litauen startet, dann kann auch ein kleines Jubiläum gefeiert werden: Zum 10. Mal startet die Kolpingfamilie Bösel nach Litauen, um Hilfsgüter dort hin zu bringen. Ziel ist der Ort Miroslavas.

Hans Meinerling, ein „Mann der ersten Stunde“ der Böseler Litauenhilfe, erinnert sich an die Anfänge. Das Offizialat Vechta hatte eine Partnerschaft zu Litauen übernommen. Man bat Vereine und Gemeinden um Unterstützung. Zusammen mit Josef Menke – ebenfalls von der Böseler Kolpingfamilie – nahm er an einer Litauenfahrt des Offizialates teil. Man lernte den Ort Miroslavas kennen. Schnell entschied man sich, hier zu helfen. Nach ihrer Rückkehr konnten sie die Kolpingfamilie Bösel schnell überzeugen, und schon bald startete der erste Hilfstransport.

In diesem Jahr nehmen Dieter Przybille, Reinhold Willenborg, Bernd und Hildegard Hömme, Heiner Meinerling, Frank Tölking, Horst Molcher, Hans Meinerling und Präses Pfarrer Norbert Bleker an dem Hilfsstransport teil. Mit einem 40-Tonner – die Zugmaschine ist von Aschwege und Tönjes, der Auflieger von Paul Meyer aus Thüle – und einem Begleitfahrzeug von der Firma Gräper aus Ahlhorn – geht es zum 1500 Kilometer entfernten Ziel. Im Gepäck haben sie Pakete mit Kleidung, Schuhen, Bettwäsche, Porzellan. Auch Fahrräder, Elektrogeräte, Spielzeug, Matratzen und medizinische Hilfsmittel sind dabei. Sie werden dem dortigen Pfarrer Antanas übergeben, der die ordnungsgemäße Verteilung an Bedürftige sicherstellt. Einen Teil der Hilfsgüter wollen die Kolpingbrüder auch direkt Familien in Miroslavas und Umgebung überreichen.

Die Böseler Helfer sind dort in Gastfamilien untergebracht. Während ihres Aufenthalts wollen sie auch Schulen und ein Altersheim aufsuchen. Auch eine Fahrt zum Berg der Kreuze ist geplant.

„Unsere Hilfe in Miroslavas ist weiter sehr wichtig“, sagt Hans Meinerling. „Wir sind Hoffungsträger für alle.“ Die ideelle, finanzielle und materielle Hilfe sei von großer Bedeutung. Er verweist auf die hohe Arbeitslosigkeit im ländlichen Bereich, die Energiekosten und den Alkoholismus. Ein weiteres Problem sei, dass viele junge Leute ins Ausland abwanderten.


In den zehn Jahren sei die Böseler Hilfe auf fruchtbaren Boden gefallen. So wurde das Gemeindezentrum mitfinanziert. Außerdem wurde eine weitere Mithilfe durch die Aktion „Renovabis“ vermittelt. Die Böseler unterstützen die dortige Gründung der Kolpingfamilie. Freundschaften sind entstanden, und vor zwei Jahren waren auch Gruppen aus Litauen zu den Euro-Musiktagen in Bösel.

Dankbar wäre die Böseler Kolpingfamilie noch über Geldspenden, um den Transport zu finanzieren und das dortige Gemeindezentrum zu unterstützen (Kontonummer 7529901 bei der Volksbank Bösel, BLZ 28062913).

Am Sonnabend, 30. August, werden die Helfer bei den drei Böseler Lebensmittelmärkten stehen und um Sachspenen wie Lebensmittel und Reinigungs- und Hygieneartikel bitten.