Bösel - Seit Juni sind Michael Schnaars und Gerhard Gedanitz in der Gemeinde Bösel unterwegs, im Visier haben sie verkehrswidrig geparkte Autos, Hundehalter, die ihre Hunde nicht angemeldet haben oder die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht beseitigen. „Etliche Verstöße“ gerade im ruhenden Verkehr hätten sie bislang angemahnt, berichtet Bürgermeister Hermann Block jetzt in einem Pressegespräch. Und sie seien dabei auch auf einige uneinsichtige Verkehrsteilnehmer getroffen. Aber: Überwiegend positiv seien bislang die Reaktionen aus der Bevölkerung.

Auch laut bellende Hunde oder ein krähender Hahn seien der Gemeinde schon gemeldet worden. „Wir können aber nicht überall tätig werden“, sagt Rainer Hollje, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. In Fällen von Nachbarschaftsstreitigkeiten verweist die Gemeinde an die Schiedspersonen, die in Konfliktsituationen schlichtend tätig werden.

Bislang hatten es die mit 30 Stunden im ordnungsbehördlichen Außendienst Beschäftigten der Gemeinde bei Verwarnungen und einer freundlichen Ansprache belassen. Das wird sich nun ändern, nun werden auch „Knöllchen“ verteilt. „Die Bürger sind in den vergangenen Monaten durch freundliche Ansprache auf ein Fehlverhalten hingewiesen worden“, so Bürgermeister Block. „Das soll weiterhin so praktiziert werden, allerdings werden ab dem 1. November auch Verwarngelder verhängt.“

Vor allem im Auge haben die beiden Mitarbeiter der Gemeinde Gefahrenpunkte nicht nur in Bösel, sondern auch in Petersdorf und in den Bauerschaften. „Chaotisch“ seien die Situationen durch den „Hol- und Bringdienst“ an den Schulen, berichtet die Verwaltungsspitze. „Hier besteht weiterhin Handlungsbedarf.“ Auch die Straße Am Kirchplatz, etwa während der Gottesdienstzeiten, ist verstärkt im Fokus. Nicht tätig werden können die Ordnungsamtsmitarbeiter allerdings beim fließenden Verkehr, der der Polizei obliegt.

Gerade vor dem anstehenden Winter haben Schnaars und Gedanitz die Räum- und Streupflicht vermehrt im Blick. „In der Vergangenheit hatte es häufiger Beschwerden über nicht gestreute Wege und Straßen gegeben“, berichtet Rainer Hollje. Das zu kontrollieren, habe sich in der Vergangenheit eher als schwierig herausgestellt. Wenn die Schneeräumung zu spät oder ungenügend erfolgt, kann es daher bald ein Verwarngeld geben.


In der Vergangenheit konnte die Gemeinde nur anlassbezogen einschreiten, da die Kapazitäten schlicht fehlten. Mit den neuen Verwaltungsvollzugsbeamten arbeitet die Gemeinde nun auch präventiv.

Mit hohen Einnahmen aus dem ordnungsbehördlichen Außendienst rechnet die Gemeinde indes nicht. „Die Kosten werden sicherlich höher sein als die Verwarngelder“, vermutet Hollje, denn der Aufwand sei schon beträchtlich. Ziel sei aber auch nicht, Einnahmen zu generieren, sondern Fehlverhalten zu ändern und „allen Bürgern ein sicheres und angenehmes Leben in der Gemeinde zu bieten“.

Über eine App auf dem Smartphone können die Außendienstmitarbeiter direkt das Verfahren in Gang setzen. Allerdings haben sie nach wie vor Spielräume, ob und wie sie tätig werden. Nach zwei Jahren will die Gemeinde ein erstes Resümee ziehen. Ein erstes Fazit ist schon positiv: „Es werden auffällig mehr Hunde angemeldet als bislang“, sagt Hollje.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)