BöSEL - Nicht zu übersehen: Das Krippenbild in der St.-Cäcilia-Kirche in Bösel ist gut 30 Quadratmeter groß. Elf Helfer, der Krippenausschuss, haben in der Woche vor dem zweiten Advent vier Stunden am Aufbau gearbeitet – ganz fertig ist die Krippe deshalb aber noch nicht. Derzeit sind lediglich die Landschaft sowie Hirten und Schafe aufgebaut. Maria, Josef und Jesus sowie die weiteren Hauptfiguren folgen zu Heiligabend. Dann wird auch ein großer Stern über dem Stall leuchten. Bis dahin lagern die Utensilien in der Garage der alten Kaplanei bei Pater Thomas. Zu sehen ist das Krippenbild bis Ende Januar bleibt das Krippenbild.
Der Unterbau – sozusagen die Bühne für die Krippe – ist aus Drehstützen gebaut, darauf Kanthölzer verschiedener Längen und Spanplatten. Die weiteren Materialien: Moos, Kiesel, Findlinge, Grünpflanzen, Holz und natürlich die Figuren. Daraus wird ein liebevoll gestaltetes Krippenbild mit viel Grün und sogar einer Brücke. Auch Wege sind angelegt worden.
„Das ist natürlich viel Arbeit, die aber auch viel Spaß macht“, sagt Küster Alfred Nordenbrock (47). „Beim Krippenbau habe ich schon als Kind mitgeholfen.“ Da wurde der Unterbau noch mit Bänken und darauf liegenden Brettern gefertigt. Heute hat alles seinen genauen Platz – damit die Bauer nicht durcheinander kommen, gibt es einen Plan, der genau angibt, wo was zu stehen hat. „Wir sind ein eingespieltes Team, mittlerweile geht das mit dem Aufbau relativ schnell“, so der 47-Jährige.
Mehr Zeit kostet aber die Dekoration der Fläche, hinzu kommt noch die vorherige Materialiensuche. Alfred Nordenbrock: „Das Moos ist immer frisch, das sammeln wir in jedem Jahr neu. Dann wird es getrocknet und verbaut.“ Und die Krippenbauer benötigen viel davon, schließlich ist fast jeder Zentimeter der 30 Quadratmeter grün bedeckt. „Das ist das Schöne an unserer Krippe, sie ist sehr natürlich“, schwärmt Alfred Nordenbrock. Doch diese schöne Schlichtheit hat noch einen anderen Grund: „Das Bild soll die Landschaft so darstellen, wie sie zu Jesus Geburt war“, sagt Alfred Nordenbrock.
Außerdem haben die Böseler mit die ältesten Krippenfiguren im Kreis: Ein Teil der Schafherde, die Heiligen Drei Könige mit dem Kamel und dem Kamelführer sind bereits in den 1920er Jahren angeschafft worden. Die meisten anderen Figuren in den 1960ern. In den Jahren 2001 und 2002 wurden diese neu lackiert – die ursprünglichen Farben wurden aber beibehalten. Der Stall stammt ebenfalls von 1960, der Böseler Tischlermeister Hermann Stuckenberg hatte ihn gebaut, 2005 musste er aber von Hans Vössing erneuert werden. Jetzt strahlt das Bühnenbild wieder wie neu.
