BöSEL - Anna Burmann schaut sich um: „Ganz schön viel gibt es hier – schon fast zu viel.“ Die Fünfjährige steht auf dem Spielplatz am Kreisel an der Von-Ketteler-Straße. Gemeinsam mit Mathis (7) zählt sie durch. „Acht“, sagt Anna und meint die Anzahl der Spielgeräte. „Neun – wenn das Fußballfeld auch noch dazu gehört“, sagt Mathis Thoben. „Am liebsten bin ich auf den Schaukeln und der Rutsche. Und die Feuerwehr-Rutsche macht mir Spaß“, Anna zeigt auf das große aus Holz gefertigte Klettergerüst. Dort gibt es eine Rampe, aber auch eine Leiter und eine kleine Kletterwand. Eine Hängebrücke führt zum Turm. Der Abstieg vom Turm geht über eine senkrechte Metallstange – die „Feuerwehr-Rutsche“. Anna, Mathis und seine Schwester Neele (5) rutschen die Stange herunter. Nur Annas kleine Schwester Vera (3) darf da nicht runter. Sie geht über die Hängebrücke zurück zur Rampe und steuert zielstrebig auf das Polizeiauto zu – eine kleine
am Boden per Feder befestigte Wippschaukel.
Die Vier testen für die NWZ ihren Spielplatz. Richtig viel auszusetzen haben sie nicht. Der Spielplatz ist sehr geräumig. Neben dem großen Klettergerüst gibt es zwei Schaukeln, eine große Wippe, die Wippschaukel, eine lange Rutsche, einen Sandkasten mit Miniaturbagger und einen Kriechtunnel. „In den Tunnel gehen wir nicht“, sagt Mathis. „Da sind oft Glasscherben drin.“ Denn am Abend treffen sich weder Eltern noch kleine Kinder, sondern Jugendliche. „Morgens liegt hier oft Müll rum“, sagt Mathis. Und zeigt auf Zigarettenpapier.
Die Nachbarschaft organisiert sich zweimal im Jahr für ein Groß-Reine-Machen. Dann werden Zaun und Holzgerüst gestrichen und kleine Arbeiten verrichtet. Die Gemeinde mäht regelmäßig den Fußball-Rasenplatz.
Mathis setzt sich auf den Bagger in dem Sandkasten und hebt Schaufel um Schaufel den Sand von links nach rechts. „Wir spielen hier auch Verstecken“, sagt Mathis. Er ist etwas aufgeregt: „Da bei der großen Rutsche ist ein Durchgang, da kann man sich gut verstecken.“
Die große Rutsche muss natürlich auch getestet werden. Doch wie gut die rutscht ist von Tag zu Tag unterschiedlich. Anna: „Mal ist die schnell. Mal ganz lahm.“ Die Vier testen. Unten angekommen das Urteil: „Heute ist die echt lahm“, sagt Anna. Doch es gibt einen Trick, damit die Rutsche wieder schnell wird: „Dann streuen wir Sand drauf, dann wird sie schneller“, sagt Mathis. Am Ende sind sich alle einig – auch, wenn sie viel zu Hause im Garten spielen: „Hier sind wir gerne mal.“
