BöSEL - BÖSEL/WL - „Herbstzeit ist Erntezeit“, so hieß es auch auf der Streuobstwiese am Sandker Weg des Bezirks Nord vom Heimatverein Bösel. Die Baumpaten, Mitglieder und Freunde waren in stattlicher Anzahl zum inzwischen traditionellen Erntefest erschienen. Auf sie wartete nicht nur ein leckeres Apfelkuchenbüfett, sondern auch ein buntes Programm für Jung und Alt.

Unter Anleitung von Theo Gelhaus wurde frischer Apfelsaft sowohl mit einer historischen als auch mit einer modernen Presse mit Wasserdruck gepresst. Bei beiden Methoden wurden die Äpfel zunächst mit einem „Häcksler geschreddert“, danach wurde der Saft aus der Maische gepresst. Natürlich wurde der frische Apfelsaft an Ort und Stelle verkostet.

Kräfte waren dann bei einer Wette gefragt. Heinrich Looschen wettete mit Ludger Preuth, das sein 60 PS-starker Traktor (Deutz) beim Start nicht von 40 Mann gehalten werden kann. Hiermit behielt er Recht, denn alle Mühe und Kraft der über 40 starken Männer und Frauen halfen nicht, Looschen fuhr ihnen davon. Der Wetteinsatz (30 Liter Bier) ließ nicht lange auf sich warten und wurde sofort verzehrt.

Vor sieben Jahren wurde die Streuobstwiese angelegt. Die Idee kam damals im Vorstand des Bezirks auf. „Früher standen auf vielen Bauernhöfen Obstbäume mit den alten Sorten“, blickt Vorsitzender Hermann Runden zurück. Viele Bäume waren jedoch wegen des Zeitablaufs entfernt worden. „So kam der Wunsch auf, eine Wiese mit Bäumen der alten Obstbäume anzulegen“, so Runden. Die anderen damaligen Vorstandsmitglieder Heinrich Looschen, Manfred Kurmann und Ludger Preuth stimmten dem Vorschlag gerne zu. Heinrich Looschen stellte am Sandker Weg ein Grundstück zur Verfügung, „Junge“ alte Obstbäume wurden gekauft und gepflanzt. Gegen einen Obolus konnten die Bezirksmitglieder eine Patenschaft übernehmen. Und so haben hier Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume ihren Platz gefunden. Renommierte Namen wie „Geheimrat Dr. Oldenburg“, „Bunte Julibirne“, „Rote Münsterländer“, „Gräfin von Paris“ oder „Doppelte Philipsbirne“ sprechen ein wenig Tradition aus.

„Mit der Streuobstwiese wollen wir aber auch die Gemeinsamkeit und das Beisammensein pflegen“, erklärt Runden. So treffen sich die Baumpaten zweimal im Jahr, zur Baumpflege und zur Ernte.