BöSEL - Eine laute Diskussion war es nicht, aber immerhin eine Diskussion. Für eine Ratssitzung in Bösel fast eine Seltenheit. Der Anlass: Die Kreuzung Friesoyther Straße/Eschstraße/Am Pool ist ein Unfallschwerpunkt. Am Ende der Diskussion war das Votum für die Abkoppelung der Straße „Am Pool“ eindeutig: zwölf Ja-Stimmen, keine Nein-Stimme und vier Enthaltungen.
Lebhafte Diskussion
So schnell wie möglich soll nun die Straße nicht mehr an die Landesstraße 835 angeschlossen bleiben. In der lebhaften Diskussion war es vor allem der CDU-Ratsherr Heinrich Kühter, der die Sperrung der Zufahrt zur Friesoyther Straße verhindern wollte. „Stoppschilder, durchgezogene Linien und Starenkasten sind sehr wohl Maßnahmen, die greifen“, sagte er mit Blick auf die bisher vom Landkreis verweigerten Vorstöße der Gemeinde.
Die Kreuzung ist als Unfallschwerpunkt bekannt – sechs schwer und 21 leicht verletze Personen zwischen 2002 und 2007. Obwohl die L 835 eine Landesstraße ist, ist die Gemeinde Bösel für die Entschärfung der „Unfallhäufungsstelle“ zuständig – das besagt eine schriftliche Vereinbarung, die die Gemeinde im Zuge der Erschließung eines Neubaugebietes eingegangen ist (die NWZ berichtete).
Bürgermeister Hermann Block, Reinhard Lanfer (CDU) sowie SPD-Ratsherr Bernd Roder hatten sich in der Aussprache für eine klare Entscheidung ausgesprochen. Block: „Ich will nicht ohne Beschluss zur Sofortmaßnahme hier raus gehen.“ Bernd Roder ergänzte: „Wenn wir jetzt nichts tun und hier passiert etwas, wird uns jeder Tote angelastet. Wir müssen auf jeden Fall handeln.“
Zuschuss möglich
Hermann Block machte deutlich, dass der Bereich zunächst entschärft werden müsse. Im Arbeitskreis „Dorferneuerung“ habe man den Punkt Verkehr vorgezogen, um so die Kreuzung schnell ins Konzept mitaufnehmen zu können. Der Vorteil: Einerseits könnte es über die Dorferneuerung einen Zuschuss für den Umbau geben, andererseits könne ein Kreisverkehr doch durchgesetzt werden. Darauf wies Ludger Beeken (CDU) hin: „50 Prozent Zuschuss sind möglich.“ Es existiert ein Ratsbeschluss, der besagt, dass eine Ampel mit Linksabbiegerspur gebaut werde (auf den favorisierten Kreisverkehr werde aus Kostengründen verzichtet).
Die Verwaltung geht davon aus, dass innerhalb der nächsten vier Wochen die Straße „Am Pool“ abgehängt wird.
