BöSEL - BÖSEL - Es wird härter: Die Bemühungen der Böseler Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur Borsla um den Erhalt des Plattdeutschen haben einen deutlichen Rückschlag erlitten. Der bis dato mit 4000 Euro höchst dotierte niederdeutsche Literaturpreis wird halbiert. Das beschloss die Borsla-Vereinigung bei einer Mitgliederversammlung am Dienstagabend in Bösel.
Darüber hinaus gab es einen Führungswechsel. Aus gesundheitlichen Gründen haben der bisherige Vorsitzende Dr. Theo Oltmann und sein bisheriger Stellvertreter Dr. Josef Willer die Positionen getauscht. Neuer Vorsitzender ist nunmehr Josef Willer. Theo Oltmann bleibt als sein Stellvertreter im Vorstand.
„Die Probleme, den Borsla-Preis zu finanzieren, haben zugenommen“, begründete der neue Vorsitzende Willer die Entscheidung, das Preisgeld zu halbieren. Der Verein sei vor allem auf Sponsorengelder angewiesen, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht mehr so einfach zu bekommen seien. Den inzwischen renommierten Literaturpreis habe man aber deshalb nicht ganz sterben lassen wollen und sich so für die Kürzung des Preisgeldes entschieden.
An der Notwendigkeit, alles Mögliche für den Erhalt der plattdeutschen Sprache zu tun, habe sich nichts geändert, sagte Willer weiter. Plattdeutsch sei noch immer sehr gefährdet, auch wenn sich durch das Inkrafttreten der Europäischen Charta für Regional- oder Minderheitensprachen im Jahr 1998 die Ausgangslage etwas verbessert habe.
Die Borsla-Vereinigung will ihre Bemühungen auch in anderen Bereichen intensivieren und mehr als bisher im Gespräch bleiben. Willer kündigte neue Aktionen an, außerdem solle die Mitgliederwerbung verstärkt werden.
Der Borsla-Preis 2004 war an Albert Rüschenschmidt verliehen worden. Im Jahr zuvor hatte Weihbischof Dr. Heinrich Timmerevers als Festredner dem Preis eine zusätzliche Bedeutung verliehen.
Für den diesjährigen Preis sind nach den Worten von Josef Willer bereits die ersten Beiträge eingesendet worden. Die Verleihung wird voraussichtlich am 12. November erfolgen.
