Bösel - Ein „dickes Fell“ haben die Michael Schnaars und Gerhard Gedanitz schon durch ihre beruflichen Werdegang: Der eine, Gedanitz, war zuletzt als Verwaltungsvollzugsbeamter bei der Stadt Nienburg angestellt, der andere, Gedanitz, hat Erfahrungen im Sicherheitsdienst. Zudem haben sie eine Fortbildung mit dem Thema Eigensicherung, Deeskalation und Umgang mit aggressiven Hunden besucht. Ein „dickes Fell“ werden sie auch benötigen, wenn sie ab Ende Juni in der Gemeinde Bösel auf die Einhaltung von Recht und Ordnung achten.
„Seit Jahren mehren sich die Beschwerden aus der Bevölkerung über Hundekot, Beschädigungen öffentlicher Anlagen, die Nichteinhaltung der Räum- und Streupflicht sowie über beschmutzte Kinderspielplätze“, so Bürgermeister Hermann Block. Daher hat der Gemeinderat zum 1. April die neue Verordnung zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Gemeinde Bösel beschlossen. „Die neue Verordnung soll vor allem eine Orientierung für die Bürger sein“, sagt der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Rainer Hollje.
Zunächst setzt die Gemeinde aber auf eine „freundliche Ansprache“. „Sollte das in einer Übergangszeit bis zum Herbst nicht fruchten, werden auch Verwarngelder festgesetzt“, so Hollje weiter.
Schnaars wohnt in Bremen und wird mit 20 Stunden pro Woche beschäftigt, der Altenoyther Gedanitz wird zehn Stunden im „ordnungsbehördlichen Außendienst“, wie es heißt, tätig sein. Sie werden künftig an verschiedenen Wochentagen und zu verschiedenen Tageszeiten ihre Arbeit verrichten – und etwa bei Festen auch am Wochenende. Dazu sollen Absprachen mit der Polizei zur Zusammenarbeit getroffen werden.
Neben den Aufgaben des gemeindlichen Ordnungswesens – inklusive der Überprüfung der Hundemarken – werden auch Aufgaben der Verkehrsbehörde des Landkreises Cloppenburg durch die beiden Verwaltungsvollzugsbeamten übernommen. Sie wurden vom Landkreis ermächtigt, den ruhenden Verkehr zu überwachen. „Der Landkreis und die Polizei können nicht immer vor Ort sein, um Parkverstöße zu ahnden“, erläutert Bürgermeister Block. „Daher haben wir mit dem Landkreis eine Vereinbarung getroffen, dass die Vollzugsbeamten, die ohnehin in der Gemeinde unterwegs sind, diese Aufgaben mit übernehmen“, so der Bürgermeister weiter. Damit ist Bösel eine der ersten Kommunen dieser Größenordnung im Landkreis.
Mit hohen Einnahmen rechnet die Gemeinde übrigens nicht. „Die Kosten werden sicherlich höher sein, als die Verwarngelder“, erklärt der Verwaltungschef. Und auch bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs soll zunächst auf Verstöße durch Ansprache aufmerksam gemacht werden, bevor man die Verwarngelder festsetzt. Dazu werden die beiden Verwaltungsvollzugsbeamten in der Übergangszeit mit einer freundlich formulierten Nachricht auf Verstöße hinweisen.
Die Einhaltung des Winterdienstes in Bösel und Petersdorf werden die Gemeindemitarbeiter auch im Auge haben – auch da habe es in der Vergangenheit Anlass zur Klage gegeben. Übrigens: Zu erkennen sein werden Michael Schnaars und Gerhard Gedanitz an Jacken oder T-Shirts mit dem Wappen Gemeinde Bösel und dem Aufdruck „Ordnungsamt“.
