Bösel - „Dieser Abend soll der Begegnung dienen“, begrüßte am Montagabend Pfarrer Stefan Jasper-Bruns die Gäste eines Begegnungsabends mit den Flüchtlingen und Vereinsvertretern, zu dem die Steuerungsgruppe „Hilfe für Flüchtlinge in Bösel“ eingeladen hatte. Diese Steuerungsgruppe besteht aus Vertretern der evangelischen, katholischen und der politischen Gemeinde.
„Wir wollen einander kennenlernen“, erklärte Pfarrer Jasper-Bruns den Sinn des Abends. Die Resonanz bei den Flüchtlingen war gut. Viele waren zum Heimathuus am Pallert gekommen, um einige gemeinsame Stunden zu verbringen.
Kontakte geknüpft
Beim Grillen und bei Getränken kamen die Flüchtlinge und Böseler schnell ins Gespräch. Viele haben schon Kontakt untereinander, zum Beispiel durch die Carla und andere Hilfestellungen. Schwester Cäcilia Höffmann berichtete aus eigenen Erfahrungen über ein ehemaliges Krankenhaus, das zu einem Flüchtlingsheim umfunktioniert wurde.
Viele hätten die Gelegenheit genutzt, um sich gegenseitig kennenzulernen und Sprachbarrieren zu überwinden, zog Bösels Bürgermeister Hermann Block am Dienstag im Gespräch mit der NWZ eine positive Bilanz. „Wir haben diesen Tag gewählt, um unseren Vereinen und Gruppen die Möglichkeit zu geben, miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Von den derzeit knapp 60 Flüchtlingen, die in der Gemeinde Bösel leben, seien fast alle da gewesen, darunter viele Eltern mit ihren Kindern, sagte der Bürgermeister. Sie kommen aus Ländern wie Albanien, dem Kosovo, Afghanistan und Mazedonien.
„Ich war sehr positiv überrascht, wie viele schon gut Deutsch sprechen“, so Block. Dazu trage nicht zuletzt das gute Netzwerk vor Ort bei, um Flüchtlinge im Alltag zu unterstützen, lobte der Bürgermeister. Dies verdeutliche die einladende Willkommenskultur in der Gemeinde. Auch die Idee eines vorweihnachtlichen Backens sei während des Abends entstanden.
Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation zeigte sich Block optimistisch, die Flüchtlinge weiterhin dezentral in der Gemeinde Bösel unterbringen zu können.
Fröhliches Fest
Auch Marianne Thoben von der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) in Bösel freute sich über den gelungenen Abend. „Es war eine leichte und lockere Atmosphäre. Wir haben sie in unsere Mitte genommen.“ Alle hätten sich „sehr nett unterhalten“, sagte Marianne Thoben. Ganz nebenbei hätten sie durch den Begegnungsabend einer Familie bei der Suche nach einer Kinderkrippe helfen können, freute sie sich.
Auch neue Pläne seien am Montagabend geschmiedet worden. Unter anderem wollen die Frauen der KFD Ende September/Anfang Oktober einen weiteren Kochkursus für Flüchtlinge anbieten.
Das allgemeine Fazit: „Es war ein fröhliches Fest.“
