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Freizeit Vom Kreuzstich bis zur Stoffschachtel

Anke Wöbken

BOHLENBERGERFELD - Zum Thema Stoff, Garn und Faden haben sie gleich tausend Ideen – die vier Frauen, die die Handarbeitsgruppe für Kinder im Schulmuseum Bohlenbergerfeld leiten. Seit April vergangenen Jahres vermitteln sie ihre Ideen und vor allem ihre Techniken beim Handarbeiten an Kinder ab acht Jahren: Lisa Behrends, Helga Sanders, Bärbel Schröder und Uschi Quickert. Jeweils mittwochs von 15.30 bis 17 Uhr bieten sie die Handarbeitsgruppe im Schulmuseum an.

Viele verschiedene Arbeiten

„Angefangen haben wir mit 33 Kindern“, so Helga Sanders. „Dann hat sich aber ein „harter Kern“ von zwölf bis 14 Kindern herausgebildet, die jetzt zumeist regelmäßig kommen.“ Mit den Kindern – zur Zeit sind es ausschließlich Mädchen – fertigen die Frauen „alles mögliche, was mit Handarbeiten zu tun hat“, so Sanders, beispielsweise Duftherzen, Gruß- oder Glückwunschkarten – mit Faden bespannt – oder kleine Taschen. „Zur Weihnachtszeit machen wir immer etwas ganz besonderes. Dieses Jahr sind es Schachteln, mit Tuch ausgearbeitet, im vergangenen Jahr waren es Knusperhäuschen.“

Beim Erstellen der Dinge erlernen die Kinder gleich verschiedene Fertigkeiten, beispielsweise Sticken mit Kreuzstich oder Zug-Knoten. „Im kommenden Jahr steht dann Stricken an und auch das Nähen mit der Nähmaschine, eventuell kommt noch Häkeln dazu“, meint Sanders.

Gemeinsam mit ihren drei Mitstreiterinnen bespricht sie zuvor das Programm für die Gruppe, dabei wird auch selbst geübt. „Schließlich muss dann für die Gruppe alles sitzen“, sagt sie. Die Kinder sollen es richtig lernen und sauber arbeiten. „Fusch, fusch kann jeder – das ist keine Kunst“, betont Sanders.

Die Idee für die Handarbeitsgruppe ist entstanden, als das Schulmuseum Frauen zum Häkeln von Tafellappen aufgerufen hatte. „Damals sind wir beim Häkeln ins Gespräch gekommen. Alte Schule, Kinder, Handarbeiten – das passt zusammen, haben wir uns gedacht. In der Schule heutzutage wird ja Handarbeiten nicht mehr so praktiziert“, weiß Sanders. Sie selbst ist, ebenso wie die anderen drei Frauen, im Handarbeiten sehr versiert. Sanders hat gut 20 Jahre als freie Mitarbeiterin für die Firma Metz-Strickgarne gearbeitet und kennt ihre Mitstreiterinnen auch über Fortbildungen. Sie alle haben Spaß daran, den Kindern ihr Können zu vermitteln. Dies machen sie auf ehrenamtlicher Basis, die Kinder bringen je Treffen nur einen Euro für Material mit.


Froh über Materialspenden

„Wir freuen uns immer über Spenden“, erklärt Sanders. So erhalten sie auch immer wieder Materialien von der Besitzerin des ehemaligen Handarbeitsgeschäfts in Bohlenbergerfeld, ebenso wie von einem Handarbeitsgeschäft in Westerstede. „Ohne diese Unterstützung könnten wir die Gruppe so gar nicht anbieten“, sagt Sanders.

Kinder, die Interesse am Handarbeiten haben, können nach Belieben zu den einzelnen Treffen kommen. „Wir passen uns an den jeweiligen Kenntnisstand an“, erläutert Sanders. Den Kindern gefällt das Handarbeiten im Schulmuseum. „Meine Muter hat schon gerne gehandarbeitet, und ich wollte es immer lernen. Doch sie hatte nicht die Zeit, es mir zu zeigen. Jetzt lerne ich es hier“, sagt die elfjährige Romina Vohlken. Sie ist, wie einige andere Mädchen auch, von Anfang an dabei. „Textilunterricht habe ich erst im kommenden Jahr in der Schule. Hier lerne ich es jetzt schon“, meint Jenny Hurling, zwölf Jahre alt. „Mir gefällt in der Handarbeitsgruppe alles gut“, betonte auch die zwölfjährige Chantal Groenefeld.

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