Wildeshausen - In der Zahnarztpraxis von Carsten Hansen türmen sich derzeit mal wieder Kartons mit Zahnbürsten und medizinischem Zubehör. „Wir haben wieder eifrig gesammelt für unseren dritten Hilfseinsatz auf den Philippinen“, erzählt Ehefrau Doris Hansen. Im September 2012 waren sie und ihr Mann zum ersten Mal in Bugko, im April 2014 wiederholten sie ihren humanitären Einsatz und am nächsten Mittwoch fliegen sie – gemäß dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“ – erneut für drei Wochen in das kleine Dorf im Norden der Insel Samar.

Die Menschen in Bugko freuen sich nach etlichen Monaten ohne Zahnarzt schon auf den Besuch der Wildeshauser, die – wie auch bei ihren letzten Einsätzen – zahnmedizinische Hilfe für den Verein „Mabuhay – Hilfe zum Leben“ leisten werden.

Konkret behandelt das Ehepaar Patienten, die sich sonst keine zahnärztliche Behandlung leisten können. „Meist ist es so, dass die Menschen ab 6 Uhr morgens in einer langen Schlange vor dem Eingangstor warten“, erzählt Doris Hansen von den vergangenen Einsätzen.

Es sei eine völlig andere Welt, nicht zu vergleichen mit europäischen Standards. Nicht selten arbeite man vor vielen Zuschauern. „Die Patienten sind unheimlich dankbar, die Arbeit macht viel Spaß, auch wenn man leider nie fertig wird“, sagt Carsten Hansen. Das hat ihm beim ersten Mal ebenso zu schaffen gemacht wie die große Zahl der Zähne, die nicht mehr zu retten waren.

Die Behandlungen werden in der kleinen Mabuhay-Clinic vorgenommen, die die deutsche Krankenschwester Sabine Korth 2007 zusammen mit der philippinischen Ordensfrau Veronica Tulipas gegründet hat. Die Hansens sind über ihren Bekannten Kalle kleine Holthaus, der sich seit langem auf den Philippinen engagiert, auf die Idee gekommen, im Medical-Center zu helfen.


Mit Freude sehen die beiden Wildeshauser, wie sich das durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanzierte Projekt in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiter entwickelt hat. Soeben fertig geworden ist zum Bespiel ein neues Gebäude mit einer Trinkwasserstation, einer Apotheke, einem Röntgenraum und einem zahnärztlichen Behandlungsraum. „Der eine von zwei Behandlungsstühlen ist ganz neu und wurde vom Rotary- und vom Inner-Wheel-Club aus Wildeshausen gesponsort“, freut sich Doris Hansen.

Bleibt bei so viel Arbeit denn nicht zu wenig Zeit für die Erholung? „Nein, der Einsatz dort ist positiver Stress, denn da kann ich meinen Beruf endlich mal voll und ganz ausleben, ohne dass ich durch irgendwelche Bürokratie davon abgelenkt werde“, freut sich Carsten Hansen auf die kommenden Wochen in einer der schönsten, aber auch ärmsten Regionen der Erde, die vom Taifun 2013 schwer erschüttert wurde.

Noch eine weitere Tatsache lässt ihn dieses Jahr besonders optimistisch nach Bugko reisen: „Im vergangenen Jahr haben wir eine Gruppe von rund 60 Kindern in zahnmedizinischer Prophylaxe inklusive Fluoridierung und Ernährung geschult“, hofft Hansen diesmal auf erste Ergebnisse seiner Aufklärungsarbeit. Denn „auch wenn man nicht die ganze Welt retten kann, muss man schließlich irgendwo anfangen.“