NWZ
über seine Arbeit, seine Gefühle, seine Erfahrung und über die Sorge vor zu viel Routine.Etwas Angst ist immer dabei, sagt er und erläutert, dass es allerdings mehr um die Angst vor falscher Routine als um Angst vor den Bomben gehe. Das Bewusstsein für die Gefahr war ein ständiger Begleiter, auch wenn er in 20 Dienstjahren bereits über 600 Bomben unschädlich gemacht hatte: Es ist jedes Mal ein wenig wie beim ersten Einsatz. Ein ängstlicher Typ dürfe man in dem Beruf auf keinen Fall sein, erläutert er aber professionelle Vorsicht sei wichtig.
Am Dienstag hat seine Umsichtigkeit Thomas Gesk nicht helfen können. Mit zwei weiteren Sprengstoffexperten kam er bei der Explosion eines Blindgängers in Göttingen ums Leben.
Zu den Verletzten des Unglücks gehört Sprengmeister Tomas Hauschild aus Borbeck bei Wiefelstede (Landkreis Ammerland). Der in Oldenburg stationierte Bombenexperte hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Einsätze an unterschiedlichsten Orten im gesamten Oldenburger Land absolviert.
Seine Familie erfuhr die schockierende Nachricht von dem Unglück gegen 23 Uhr durch einen Telefonanruf der Polizei aus Göttingen. Der Schreck war groß, und es begann ein stundenlanges banges Warten. Erst mitten in der Nacht gegen 2.30 Uhr kam dann der erlösende Anruf aus dem Göttinger Krankenhaus mit der Nachricht, dass er die notwendige Operation gut überstanden habe.
Tomas Hauschild hat bei dem Unglück Splitterverletzungen sowie Verbrennungen an Armen, Beinen und Gesicht erlitten aber sein Gesundheitszustand ist inzwischen stabil.
