BONN - Das Problem betrifft nicht nur Deutschland. In Europa und USA waren die Ernten schlecht.
Von Rüdiger zu Klampen
und unseren Agenturen
BONN - Nach einer miserablen Kartoffel-Ernte 2006 müssen sich die Verbraucher in Deutschland auf einen Preisschub bei Pommes frites und Chips einstellen. Solche Produkte seien teilweise bereits teurer geworden, „und sie werden noch teurer“, sagte Horst-Peter Karos, Geschäftsführer des Bundesverbandes der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK), dem „Bayerischen Genossenschaftsblatt“.„Ich kann mich nicht erinnern, dass die Ernte jemals so schlecht war“, sagte Karos. Einige Landwirte hätten wegen großer Sommerhitze und mangelnden Regens fast die Hälfte ihrer Ernte verloren, im Durchschnitt seien es 20 Prozent. Auch Niedersachsen sei stark betroffen, sagte Karos dieser Zeitung.
Ein Großteil der Knollen habe zudem Qualitätsmängel, die sie für eine Weiterverarbeitung zu Pommes frites oder Chips ungeeignet machen. „In Deutschland droht eine Pommes-Krise“, hieß es. Derzeit liefen die Maschinen auf Hochtouren, um Lagerbestände zu verarbeiten, bevor sie völlig unbrauchbar werden, sagte Karos. „Es besteht Sorge, dass im Frühjahr Bänder wegen mangelnder Versorgung still stehen.“
Weil die Kartoffelernte auch in weiten Teilen Europas und in den USA schlecht ausgefallen sei, sei von dort keine Entlastung zu erwarten. Rohware sei „extrem teuer“, sagte Karos dieser Zeitung. Dies treffe „alle Kartoffelverarbeiter“. Bereits im Dezember seien die Preise für Industrie-Kartoffeln nach einer Verdoppelung extrem hoch gewesen. Ein Ende der Preisspirale nach oben sei nicht absehbar.
