BONN - Der Süßwarenhersteller Haribo wird seinen traditionellen Stammsitz in Bonn verlassen und in das Umland ziehen. Als neuer Standort sei nur noch Rheinbach in Nordrhein-Westfalen im Rennen, bestätigte Haribo-Sprecher Marco Alfter am Dienstag in Bonn.
Dem bisherigen Favoriten, Grafschaft-Gelsdorf (Rheinland-Pfalz), gab Haribo-Chef Hans Riegel nach einem Rechtsstreit mit rheinland-pfälzischen Behörden hingegen einen Korb. Für den Umzug sei auch eine hohe Gewerbesteuer in Bonn ausschlaggebend.
In Bonn arbeiten zur Zeit 1350 Beschäftigte. Der Fruchtgummi-Hersteller mit den „Goldbärchen“ hat sogar seinen Namen mit Bonn verbunden. Gründervater Hans Riegel nahm die Stadt in den 20er Jahren in den Firmennamen auf, den er aus den Anfangbuchstaben seines Namens und Bonn (Ha-Ri-Bo) zusammensetzte. Auch bei einem Wegzug aus Bonn werde es beim Namen Haribo, der weltweit bekannt sei, bleiben, sagte Alfter.
Hintergrund ist offenbar ein Streit Riegels mit den rheinland-pfälzischen Finanzbehörden. Diese hatten ein von dem Kaufmann in Boppard betriebenes Hotel als „Liebhaberei“ eingestuft, für das der Unternehmer keine Abschreibung geltend mache
könne. In diesem Zusammenhang sei das Anwesen von einem Beamten mit der „Neverland Ranch“ von US-Pop-Star Michael Jackson verglichen worden, kritisierte Riegel. Dieses Vorgehen habe ihn so geärgert, dass er sich nun gegen Rheinland-Pfalz entschieden habe.
