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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Edelgemüse In Niedersachsen: Erster Spargel dank Bodenheizung

10.03.2020

Bonn /Kirchdorf Auch wenn erste Landwirte schon mit der Ernte des ersten Spargels begonnen haben, rechnen Experten erst Ende März mit nennenswerten Mengen aus heimischem Anbau. „Je nachdem, wie das Wetter ist, rechnet man in den Anbaugebieten schon damit, dass man Mitte März den ersten Spargel unter Folienabdeckung haben könnte“, sagte Michael Koch von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI/Bonn).

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Derzeit bieten in einigen Bundesländern vereinzelt schon Anbauer kleine Mengen des Edelgemüses an. Die Spargelbauern setzen auf eine Kombination aus beheizten Feldern und Folien über den Spargeldämmen, um dem Gemüse einzuheizen.

Allerdings seien die Mengen noch so gering, dass er noch keine Verbraucherpreise nennen könne, sagt Spargelspezialist Koch. „Die Niederländer waren sogar noch früher und haben schon im Fe­bruar Heizspargel in die Großmärkte gebracht“, berichtet er. Vereinzelt sei der auch schon in den Supermärkten angeboten worden. Aber große Aufmerksamkeit habe der Spargel bei der Kundschaft noch nicht gefunden.

Erste größere Mengen könnte es bundesweit schon ab der zweiten Märzhälfte geben, sagt Koch. Traditionellerweise starte die Ernte im Süden und Südwesten Deutschlands immer eine bis anderthalb Wochen vor den anderen Regionen. Das könnte sich angesichts des warmen Wetters aber auch ändern: „Eigentlich sind die Böden überall ungefähr gleich warm.“

In Niedersachsen etwa startet die Spargelsaison kurz vor Ostern, am 8. April offiziell. Dann sollte es in ausreichender Menge heimischen Spargel im Lebensmittelhandel geben, schätzt Fred Eickhorst, Vorstandssprecher der Spargel- und Beerenanbauer.

In den vergangenen Wochen mussten die Landwirte bundesweit mit sturmbedingten Verzögerungen bei der Erntevorbereitung klarkommen. Das Ausbringen der Folie auf den aufgehäuften Erddämmen war windbedingt nicht möglich. Aber auch starke Regenfälle haben die Arbeiten auf den Feldern erschwert, berichtet etwa Anke Meyer vom Spargelhof Thiermann im niedersächsischen Kirchdorf.

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Neben dem Wetter ist im Moment die weitere Entwicklung bei der Coronavirus-Erkrankung die große Unbekannte. Möglich, dass es wegen Quarantäne- und Reisebeschränkungen noch schwerer als im Vorjahr wird, Erntehelfer zu bekommen, sagt Eickhorst. Schon 2019 konnte auf einigen Feldern nicht geerntet werden, weil es nicht genügend Erntehelfer gab.

Aber auch das Verbraucherverhalten dürfte spannend werden. Werden die Verbraucher überhaupt Lust auf Spargel haben, wenn sie sich Sorgen um Corona machen und sich bei ihren Einkäufen beschränken? Frische Produkte wie Spargel oder auch Erdbeeren hätten es dann schwer, meint Koch.

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