BOOKHOLZBERG - Gleich mehrere Bauerschaften in der Gemeinde haben 2009 ihre Vergangenheit auf mehr- oder weniger großformatige Kalender gebannt – und diese erfolgreich verkauft. Eine Bookholzbergerin geht für 2010 einen ganz anderen Weg: Siglinde Lederbach konnte einige Mitstreiter überzeugen, sich selbst zu zeigen – und ein bisschen ihrer Haut (die NWZ berichtete).

Sechs Frauen, zwei Männer

Zwar bekam die Bookholzbergerin nicht zwölf „Calendar Girls“ zusammen, die für den Heimatkalender der anderen Art vor dem Fotografen posierten. Sechs Frauen haben aber mitgemacht – und zwei Männer. Und die machen nicht nur eine gute Figur, sondern zugleich dezent Werbung für ihre Betriebe. Mit von der Partie waren neben Lederbach selbst deren Tochter Julia (Frisörin), Krankengymnastin Martina Waldmann, Gaby Biedenkopf und Anke Goldscheck (Aloe-Vera-Produkte), Katrin Woltjen (Physiotherapie), Timo Vetter (Werbung) und Bastian Heße (Rolladenbau).

200 Außenaufnahmen

Auch sind nicht alle Bilder so freizügig geworden, wie Siglinde Lederbach es im Sinn hatte. Und quasi „mangels Masse“ machte sie aus der Not eine Tugend und Fotograf Christoph Becker ein paar Gruppenfotos mehr. Von rund 200 Außenaufnahmen („Alle an einem Tag“) und zahlreichen Studiobildern sind 13 Motive übrig geblieben. Und die stellen Siglinde Lederbach trotz aller Rückschläge durchaus zufrieden: „Damit können wir uns sehen lassen.“


Und zu sehen sein soll das gute Stück möglichst in jedem Bookholzberger Haushalt. Schließlich verfolgt Siglinde Lederbach mit der Aktion vor allem ein Ziel: „etwas für Bookholzberg zu tun“. Vom Gewinn aus dem Kalenderverkauf möchte sie eine Skulptur für den Ort errichten lassen: „Ich denke an den Bookholzberger Riesen.“ Aus Holz geschnitzt, könnte die Sagengestalt („Mit Hut und Knollennase“) auf dem Kirchplatz zu liegen kommen. „Da können dann die Kinder drauf rumtoben.“

Anliegen nicht angekommen

Genau dieses Anliegen sei bei vielen, die sie aufs Mitmachen angesprochen habe, leider nicht angekommen. Sogar den ein oder anderen dummen Spruch habe sie sich anhören müssen. Aber die Bookholzbergerin machte einfach weiter – für ihren Ort. „Jetzt gerade“, habe sie sich gedacht.

Ende Oktober soll der Kalender mit dem Titel „Du und ich“ gedruckt sein. Dann wird er exklusiv bei Schreibwaren Brandes zu einem Preis zwischen 12,95 und 14,95 Euro zu haben sein.

Schon Anfragen für 2011

Erst einmal 200 Stück hat Siglinde Lederbach geordert („Ich muss das ja alles vorfinanzieren“). Allerdings hofft sie, dass die Zurückhaltung der Bookholzberger beim Kauf deutlich geringer ausfällt als beim Fotoshooting: „Wäre doch toll, wenn in jedem Haushalt einer hängen würde – als kleine Spende für den Ort.“ Bei 4900 Einwohnern käme einiges zusammen.

Und vielleicht sind bei einem Erfolg im kommenden Jahr dann auch wirklich zwölf „Calendar Girls“ dabei. Anfragen gebe es schon . . .