BOOKHOLZBERG - „Die wollen nicht. Das steht für mich fest.“ – Dr. Manfred Rosenberger redete Klartext. „Die“, damit meinte der Bookholzberger die für die dortige Bahndeponie zuständigen Bahn-Verantwortlichen. Viele Jahre lang hätten sie es mittlerweile geschafft, die Sicherung der knapp 33 Hektar großen, gefährlichen Altlast hinauszuzögern. Wenn die Gemeinde sich nicht dem Verdacht der Kumpanei aussetzen wolle, dann müsse sie endlich handeln – und mit juristischen Mitteln die Bahn unter Druck setzen. „Einen anderen Weg sehe ich nicht.“
Rosenberger kennt die im Jahr 1990 geschlossene Deponie seit langem. Zehn Jahre lang lebte er in Rethorn in deren Nachbarschaft, heute wohnt er in Bookholzberg „keinen Kilometer entfernt“. Alarmiert durch ein Schild auf dem Deponiegelände, das vor Arsen warnte, hatte sich der promovierte Jurist und Sachbuchautor in den 80er Jahren an die Politik gewandt. Mitte der 90er schloss er sich den Grünen an. „Ich suchte eine Plattform, um etwas in Richtung Deponie zu erreichen.“
Sein Parteibuch gab er 2006 zurück. Die Grünen, so sagt er heute anerkennend, hätten das Thema Bahndeponie ins öffentliche Bewusstsein getragen. Allerdings vermisst er ein konsequenteres Handeln: Wenn Vorstandssprecher Oscar von Ewald der Gemeinde im Falle von Untätigkeit in punkto Deponie eine Strafanzeige androhe (wie im August geschehen), „dann muss die auch folgen“.
Rosenberger warnte, dass die Deponie eine erhebliche Gesundheitsgefahr darstelle. Dabei verwies er auf den Toxikologen Dr. Hermann Kruse, der schon vor mehreren Jahren auf Schadstoffe wie Arsen, Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe, organische Schadstoffe unbekannter Zusammensetzung sowie Pflanzenschutzmittel im Grundwasser nord-nordöstlich der Deponie hinwies – und Sanierungsmaßnahmen als „dringend“ bezeichnete.
Zu dem Thema sagte der Ganderkeseer Fachbereichsleiter Peter Meyer am Donnerstag, dass die Bahn durch das Gewerbaufsichtsamt die Auflage erhalten habe, die gesamte Deponie-Oberfläche abzudichten. Eine Planung hierfür sei akzeptiert, in Kürze wolle die Gemeinde einen jüngst vom Gewerbeaufsichtsamt erhaltenen Zeitplan dem zuständigen Fachausschuss vorstellen. Er habe den Eindruck, dass die Bahn willens sei, die Maßnahmen auch durchzusetzen, sehe allerdings auch, dass es „in langsamen Schritten“ vorangehe, sagte Meyer.
Von juristischen Schritten rät Meyer nach einer rechtlichen Prüfung ab. Allerdings wolle man dem Ausschuss den Vorschlag für eine Resolution vorlegen – um auf diese Weise zu beschleunigen.
