BOOKHOLZBERG - Leicht gefallen ist es den rund 40 anwesenden Mitgliedern (von 730) des Bookholzberger TB nicht, ihrem Vorstand das Okay für eine weitere Planung für den Bau eines Vereinsheims zu geben. Und das lag nicht daran, dass die Mitglieder Zweifel an dem Nutzen und der Notwendigkeit eines neuen Heimes und sanierter Sportanlagen gehabt hätten.
Vielmehr fühlten sie sich von der Gemeinde – von Verwaltung und Politik gleichermaßen – verschaukelt: Die hätten jahrzehntelang auf einen Umzug und eine Konzentration am Ammerweg bestanden, um dann kurz vor Vertragsunterzeichnung einen Rückzieher zu machen. „Wir müssen uns im Klaren sein, dass die Gemeinde das nicht will“, kleideten mehrere Mitglieder ihre Einschätzung in Worte. Aber auch: „Die Lösung muss sein, dass alles an einem Platz ist.“ Und: „Wieso soll ein Handballer für ein Vereinsheim an der Huder Straße mehr Mitgliedsbeitrag bezahlen?“
Letztlich stimmten bis auf drei Mitglieder aber alle dafür, dass der Vorstand um Karl-Heinz Bernich und Helmut Steinmann, die die ersten Planungen vorstellten, die Gespräche mit der Gemeinde weiterführt. An der Huder Straße sollen für rund 882 000 Euro ein Vereinsheim neu gebaut und die beiden Sportplätze aufwendig saniert werden. Bauträger soll der BTB sein, mit dem die Gemeinde einen 30-jährigen Nutzungsvertrag schließen will.
„Keine gute Lösung“
Selbst Steinmann sprach „von keiner guten Lösung“. Und auch für Vereinschef Bernich sei dieser Vorschlag, den die Gemeinde dem Verein im April unterbreitet hat, eigentlich „keine Alternative“ gewesen. Beide Vorstandsmitglieder vertraten aber vehement die Auffassung, dass es die einzige Möglichkeit sei, die auf absehbare Zeit überhaupt zu realisieren wäre. Bernich: „Wir müssen zähneknirschend ja sagen oder es gibt gar nichts.“
Zwei Euro mehr im Monat
Durch geschickte Planung und cleveres Verhandeln mit Planern und Handwerkern soll nun möglichst viel Gegenwert für die Eigenleistung in Höhe von 100 000 Euro erzielt werden. Die Finanzierung soll möglichst ohne Aufnahme von Krediten erfolgen. Dennoch wird der monatliche Vereinsbeitrag von derzeit neun wohl um zwei Euro erhöht.
Geplant ist ein Vereinsheim mit vier Umkleidekabinen, einem kleinen gastronomischen Bereich, rund 40 Parkplätzen, einem Mehrzweckraum und einem Fitness-Studio. Vor allem mit den letzten beiden Räume will der Verein auch neue Angebote für Sportler ohne Vereinszugehörigkeit machen und Einnahmen erzielen. Diese sind bei rund 12 000 Euro jährlicher Kosten für das Vereinsheim auch nötig. Auch sieht die Vereinsführung darin die einzige Möglichkeit, den Mitgliederschwund zu stoppen
430 000 Euro sind bereits im Haushalt der Gemeinde vorgesehen, weitere 150 000 Euro sollen in einem Nachtragshaushalt zur Verfügung gestellt werden. Bis zu 20 Prozent (höchstens 100 000 Euro) dürften vom Landessportbund kommen, ebenso viel vom Landkreis.
Ammerweg zu teuer
Der ursprüngliche Plan hatte vorgesehen, das Gelände an der Huder Straße, das zum Teil der Gemeinde, zum Teil dem BTB gehört, als Bauland auszuweisen und durch den Verkauf Grunderwerb und Neubau am Ammerweg zu finanzieren. Mit Hinweis auf einen Beschluss aus dem Jahr 2003, der die Flächen an der Huder Straße als Naturschutzflächen ausgewiesen hat, hatte die Gemeinde die Pläne für einen Umzug im Herbst letzten Jahres dann aber überraschend gekippt (Bernich: „Die Spaten für die Grundsteinlegung waren schon gekauft“). Für die Lösung Ammerweg, an der dann Sportplätze, Halle und Vereinsheim konzentriert gewesen wären, hatte die Kostenschätzung bei 1,4 Millionen Euro gelegen.
