BOOKHOLZBERG - „Eigentlich ist die Zeit schnell vergangen“, meint Jürgen Stadtlander im Rückblick. Und Anlass zurückzublicken hat der Justizamtsinspektor allemal: An diesem Montag steht er vier Jahrzehnte lang in den Diensten der Justiz.
Seine Wiege stand 1953 in Rönnelmoor (Kreis Wesermarsch). Später zog die Familie ins Ammerland, wo der heute 57-Jährige auch seine Schulzeit verbrachte. Der Weg in den Beruf war zumindest grob vorgezeichnet. „Ein Handwerk kam für mich nicht in Frage. Ich bin wie mein Vater ein Büromensch“, hat Stadtlander schon sehr früh gewusst. Allerdings hatte er sich für eine ganze Reihe von Ausbildungsberufen interessiert und auch beworben. „Die Justiz hat als erste reagiert. Deshalb bin ich dort gelandet.“
Die eher zufällige Wahl hat Jürgen Stadtlander nie bereut. Zum Auftakt des 18-monatigen Vorbereitungsdienstes lernte er Amts- und Landgericht Oldenburg sowie die Staatsanwaltschaft kennen, kam dann ans Amtsgericht Delmenhorst und hat dort seine Tätigkeit als Beamter des mittleren Justizdienstes anschließend nahtlos fortgesetzt. Seit 1977 ist er vor allem für Familiensachen zuständig.
In Delmenhorst lernte Stadtlander seine spätere Ehefrau kennen, die aus Almsloh stammt. 1980 wurde geheiratet. Neuer Wohnsitz war Bookholzberg, wo das Paar 1987 ins eigene Haus umziehen konnte. „Wir wohnen dort noch immer und sind sehr zufrieden. Allerdings sind unsere beiden erwachsenen Töchter ausgezogen“, resümiert der Beamte, der nicht nur viel Freude am eigenen Garten, sondern auch wieder den Spaß am plattdeutschen Theater entdeckt hat. Nach seiner Mitarbeit in der Speelkoppel Bookholzberg und einer zehnjährigen Bühnen-Abstinenz ist Stadtlander nun in der Speelkoppel Lintel aktiv.
Für 40 Jahre Dienst gibt es nicht nur eine Urkunde, sondern auch Sonderurlaub. Und den nutzt der Bookholzberger, um mit seiner Familie an diesem Montag einen Kurzausflug zu unternehmen, ehe abends mit Kollegen gefeiert wird.
Noch ist Stadtlander nicht der dienstälteste Mitarbeiter im Amtsgericht Delmenhorst, aber bald. Er will erst mit 65 Jahren in Pension gehen. Und das dauert immerhin noch gut sieben Jahre.
