Bookholzberg - 65 Jahre sind vergangen, aber das Wetter ist wieder genauso schön: „So sonnig war es auch bei unserer Hochzeit“, erzählen Ursula und Hans-Dieter Birkhof. Am 10. Oktober 1953 wurde das Paar aus Bookholzberg in der Auferstehungskirche getraut – an diesem Mittwoch feiert es Eiserne Hochzeit.
Das Hochzeitsfoto hängt an der Wand ihres Wohnzimmers in der Holunderstraße und die Erinnerung an den Tag ist nicht verblasst. Es gab ein großes Essen, das die Mutter der Braut trotz geringer Möglichkeiten gezaubert hatte, und „Didi“ Fischbeck, der spätere Wardenburger Bürgermeister und ein Freund des Bräutigams, machte mit dem Akkordeon Musik.
Kennengelernt hatten sich die beiden ein Jahr vorher in Dötlingen, wo sie auf den Höfen von Heinrich und Hans Hoffrogge in Stellung waren. Schwere Zeiten lagen da schon hinter ihnen: Beide stammen aus Ostpreußen und mussten in den letzten Kriegsmonaten fliehen. Hans-Dieter Birkhof und seiner Mutter gelang das aber nicht, sie wurden nach Sibirien verschleppt. Erst im Jahr darauf kamen sie frei und landeten zunächst in Cloppenburg.
Da die Familie in Masuren einen großen Bauernhof hatte, entschied sich Hans-Dieter Birkhof für eine landwirtschaftliche Lehre. Das war in Huntlosen, danach fand er die Stelle in Dötlingen und lernte bei einer Feier in der Gaststätte Denker in Aschenstedt seine spätere Frau kennen. „Wir fingen an mit nichts“, erinnert sich der 88-Jährige. Aber mit Willen und Tatkraft bauten sie ihre gemeinsame Existenz auf.
Während sich Ursula Birkhof, heute 84, um die drei Kinder und das 1961 erbaute Haus in Bookholzberg kümmerte, arbeitete ihr Mann zunächst als Lkw-Fahrer, unter anderem bei der Spedition Stobbe in Ganderkesee, und als Baggerfahrer bei der Baufirma Petershagen in Delmenhorst. 1963 bewarb er sich erfolgreich beim Bauhof der Gemeinde Ganderkesee, und als zehn Jahre später dessen Leitung neu zu besetzten war, fragte der damalige Gemeindedirektor Heinz Huhs bei Hans-Dieter Birkhof an, ob er sich das zutraue. „Da musste ich nicht lange überlegen.“
15 Jahre leitete Birkhof den Ganderkeseer Bauhof mit 35 Mitarbeitern. Er liebte seine Arbeit – „aber sie war auch hart.“ Nicht vergessen hat er die strengen Winter, insbesondere die Schneekatastrophe von 1979. „Da habe ich im Bauhof geschlafen und frühmorgens ging es wieder in den Einsatz.“ Aus gesundheitlichen Gründen ging er 1988 vorzeitig in den Ruhestand.
Den genießt er bis heute zusammen mit seiner Frau und der Familie. Besonders freut sich das Jubiläumspaar über die drei mittlerweile erwachsenen Enkelkinder. Im engen Familienkreis wird die Eiserne Hochzeit auch gefeiert – mit einem guten Essen wie vor 65 Jahren.
