BOOKHOLZBERG - Seit gut vier Jahren gewähren die Kostenträger keinen Ausgleich mehr für schwankende Auslastung: Das Berufsförderungswerk Weser-Ems in Bookholzberg (bfw) ist seither wirtschaftlich auf sich allein gestellt.
„Seit zwei Jahren läuft unser Restrukturierungsprogramm. Wir hoffen, in zwei Jahren wieder schwarze Zahlen zu schreiben“, sagte Rainer Schwede aus der Stabsstelle der Geschäftsführung, als er am Mittwoch gemeinsam mit dem Marketingbeauftragten Hartmut Kostens den Erlös des diesjähriges Tags der offenen Tür über rund 400 Euro an Ruth Rathjens übergab, die den Arbeits- und Förderbereich des „Haus Regenbogen“ leitet.
Das pädagogisch-therapeutische Wohnheim für geistig und mehrfach behinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Oldenburg bemüht sich, die Heranwachsenden sehr basal an handwerkliche Tätigkeiten heranzuführen, soweit dies möglich ist.
Handwerkliche bzw. gewerblich-technische Ausbildungsgänge waren früher auch der Schwerpunkt des bfw. Inzwischen hat sich das Spektrum gewandelt. Die Einrichtung in Bookholzberg ist das einzige Berufsförderungswerk, das Heilpraktiker ausbildet. Weitere Lehrgänge sind für Bestatter und Arbeitspädagogen bestimmt. „Wir bieten rund 30 unterschiedliche Umschulungen an“, berichtete Schwede. Die meisten Teilnehmer kommen wegen körperlicher Beeinträchtigungen. „Aber psychische Handikaps nehmen deutlich zu“, weiß Schwede. Der Anteil liege derzeit bei etwa 30 Prozent.
Obwohl der Bedarf an beruflicher Rehabilitation unverändert groß ist, rechnet Schwede langfristig mit eher sinkenden Teilnehmerzahlen. Der Grund, so Kostens, liege auf der Hand: Die Kostenträger, allen voran die Bundesagentur für Arbeit, haben die Ausgaben dafür gedeckelt.
