Bookholzberg - Schon lange laufen die Planungen für den Neubau des Feuerwehrhauses in Bookholzberg – erstmals jedoch haben jetzt Politik und Verwaltung gesehen, wie das Gebäude am Wellenhofsweg aussehen könnte. Stephan Glüsenkamp, vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Syke, stellte am Donnerstag im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen die Planung vor.
Einige Fragen sind noch offen, etwa ob das Dienstgebäude ein Pult- oder ein Flachdach bekommt. Es könnte auch sein, dass die Fahrzeughalle noch um einen fünften Stellplatz vergrößert wird – dort, wo jetzt ein Waschhalle geplant ist. Denn es gibt Überlegungen, den Schlauchwagen aus Ganderkesee nach Bookholzberg zu verlegen. „Aber dann wäre es ein Leichtes, das Gebäude zu erweitern“, versicherte Michael Kleinert von der Gemeindeverwaltung. Das Grundstück lasse nach Norden genügend Platz. In der Breite seien die Möglichkeiten aber begrenzt.
Erschlossen wird das Feuerwehrhaus durch eine neue Zufahrt von der Straße An der Bahn aus. Nur im Alarmfall soll eine Anfahrt über den Wellenhofsweg erlaubt sein. Dieser wird ungefähr auf der Hälfte seiner Gesamtlänge, von der Straße An der Bahn bis zur Feuerwehr-Zufahrt, verbreitert. Zwischen dem Wellenhofsweg und dem Feuerwehrhaus sieht die Planung rund 40 Stellplätze für die Pkw der Feuerwehrkameraden vor. Von dort aus haben sie direkten Zugang zu den Umkleideräumen, die Platz bieten für 97 Einsatzkräfte. Ausgerückt wird zur anderen Seite über die neue Zuwegung.
Das Dienstgebäude hat Glüsenkamp teilweise zweigeschossig geplant. Im Erdgeschoss entsteht ein Schulungs- und Versammlungsraum für rund 100 Personen, oben sind Büros und ein Besprechungsraum sowie Umkleiden für die Jugendfeuerwehr vorgesehen. Als „Gimmick“, so Glüsenkamp, sei von dort aus eine Rutschstange nach unten für den Feuerwehr-Nachwuchs möglich.
Ob für solche „Gimmicks“ am Ende noch Geld übrig bleibt, ist indes fraglich: Die Baukosten, die der Architekt am Donnerstag mit rund 3,2 Millionen Euro bezifferte, sorgten bei einigen Ausschussmitgliedern für Stirnrunzeln. Sogar „erschrocken“ war bei dieser Summe nach eigenen Angaben CDU-Ratsherr Stephan Neitzel. Er verwies auf ein ganz ähnliches Feuerwehrgebäude in Huntlosen, dessen Bau nur 1,87 Millionen Euro gekostet habe. Der Erste Gemeinderat Rainer Lange gab zu bedenken, dass die aktuellen Preise für Handwerker und Baumaterialien berücksichtigt werden müssten.
Knapp drei Millionen Euro sind 2020 im Haushalt eingeplant für den Neubau. Wenn es ein paar hunderttausend Euro mehr werden sollten, dürfte das aber kein Problem werden: Denn wie Kämmerer Matthias Meyer unmittelbar nach der Vorstellung der Feuerwehrhaus-Planung berichtete, hat die Gemeinde Ganderkesee im Haushaltsjahr 2018 mehr als sechs Millionen Euro als liquide Mittel übrig behalten. Da bleibt nicht nur fürs Feuerwehrhaus in Bookholzberg Spielraum bei Preissteigerungen.
