BOOKHOLZBERG - Fast drei Jahre sind vergangen, seit der Gemeinderat den Bebauungsplan 214 gegen heftigen Widerstand von Anrainern beschlossen hat: Nördlich der Hutfilterstraße in Bookholzberg sollten auf 40 Grundstücken Einzel- und Doppelhäuser entstehen. Seitdem wars still geworden um das Baugebiet, doch jetzt ist es mit der Ruhe vorbei: Ronald Junge, Anlieger der Hutfilterstraße und seinerzeit Sprecher der Bürgerinitiative „bplan 214“, beklagt in einem Schreiben an Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, dass „die Befürchtungen aller Anwohner (...) bei weitem übertroffen“ wurden.
Zur Erinnerung: Als im Herbst 2007 die Pläne für die Bebauung bekannt wurden, erregten sich Bewohner der Hutfilterstraße und des Vollersweges vor allem über die verkehrliche Erschließung. Sie sollte zunächst ausschließlich über ihre beiden Straßen erfolgen, während die westlich an das Baugebiet grenzenden Straßen Am Wiesenrand und Fliederstraße keinen zusätzlichen Verkehr aufnehmen mussten. Dass dort der CDU-Fraktionschef Dietmar Mietrach wohnt, war aus Sicht der Bebauungsplan-Gegner kein Zufall. Schließlich einigte man sich im Fachausschuss darauf, jeweils vier der Neubau-Grundstücke durch einen Wendehammer an Fliederstraße und Am Wiesenrand anzubinden.
Roland Junge jedoch ist unzufrieden. Er beklagt „eine erhebliche Zunahme des Durchgangsverkehrs und eine Ignoranz der Geschwindigkeitsbegrenzung“ (Tempo 30) auf der Hutfilterstraße. Auch versprochene Markierungen auf den Straßen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit stünden noch aus. Ferner kritisiert Junge den „schleppenden Verkauf“ der Grundstücke. „Wir Anwohner werden mindestens für die nächsten acht bis zehn Jahre Lärm und Schmutz der Baumaßnahmen ertragen müssen.“
Dass der Absatz der Grundstücke „schneller gehen könnte“, räumt Heiko Hafemann vom gleichnamigen Bauträger ein. „Aber es geht sukzessive voran“, sagt er. 15 der 40 Grundstücke seien bebaut oder verkauft. Hafemann betont, man versuche, bei Transporten zu den Baustellen Rücksicht auf die Anlieger der Hutfilterstraße zu nehmen.
Bruno Müller, Bauleitplaner im Rathaus, sieht die relativ geringe Bautätigkeit durchaus positiv: „Eine spürbare Zunahme des Verkehrs kann es deshalb eigentlich nicht gegeben haben“, meint er und empfiehlt, bei der Bewertung noch eine Weile abzuwarten. Wenn eine Verkehrsuntersuchung jedoch „zwingend gewünscht“ werde, so Müller, „schreiben wir das auf die Tagesordnung.“
Zu einem weiteren Vorwurf Roland Junges, dass beim Bau von Doppelhäusern die genehmigte Grundstücksgröße unterschritten worden sei, merkte Müller an, dass dies baurechtlich kaum zu beanstanden sei.
