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FLEISCHVERARBEITUNG Verein bringt Veterinär ins Visier

BOOKHOLZBERG/OLDENBURG/WILDESHAUSEN - Der Verdacht lautet auf Vorteilsannahme. Vahrenhorst zeigte sich gestern von den Vorwürfen überrascht.

VOn Christian Bartsch

BOOKHOLZBERG/OLDENBURG/WILDESHAUSEN - Im Visier der Fleischskandal-Fahnder befindet sich seit gestern auch Dr. Jochen Vahrenhorst, Leiter des Kreisveterinäramtes Oldenburg-Land. Im Zuge der Ermittlungen gegen das Bookholzberger Unternehmen Schwarting (die NWZ berichtete) hat der Verein „Die Tierfreunde“ mit Sitz in Siegen gegen Vahrenhorst Anzeige erstattet. „Wir werden dem darin geäußerten Vorwurf der Vorteilsannahme nun nachgehen“, bestätigte Dr. Frauke Wilken, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Oldenburg, gegenüber dieser Zeitung. Sprich: Vahrenhorst soll – so der bislang unbestätigte Vorwurf – von der verbotenen Verwendung des Fleisches in dem Unternehmen gewusst, nichts unternommen und dafür etwas erhalten haben. In dem Unternehmen soll das Fleisch verendeter und kranker Tiere verarbeitet worden sein. Die bereits laufenden Ermittlungen in dieser Sache hätten bislang keinen Hinweis auf eine Verwicklung des Veterinärs ergeben, so Wilken.

Vahrenhorst wusste bis gestern Nachmittag nach eigener Aussage nichts von der Anzeige: „Ich werde aber bei der Staatsanwaltschaft nachfragen, was gegen mich vorliegt.“ Fragen an die Staatsanwaltschaft hat offensichtlich auch Landrat Frank Eger: „Es irritiert mich schon, wenn ich als Dienstvorgesetzter noch nichts davon weiß, die Medien aber bereits informiert sind“, ärgerte er sich. Zu den erhobenen Vorwürfen gegen Vahrenhorst könne er sich daher noch nicht äußern. Bislang, so betonte Eger, „sind die Ergebnisse unserer Veterinäre hinsichtlich des Bookholzberger Betriebes aber bestätigt worden“. Vahrenhorst hatte auch gegenüber der NWZ betont, dass es dort „keine Hinweise auf illegale Machenschaften“ gebe.

Genau dies bestreitet Jürgen Foß, Vorsitzender des Vereins „Die Tierfreunde“ in Siegen, entschieden: „Wir haben den Bookholzberger Betrieb tagelang beobachtet und unsere Filmaufnahmen ja dann auch dem ARD-Politmagazin ,Report’ zur Verfügung gestellt.“ Konkrete Beweise gegen Vahrenhorst habe man zwar nicht. „Sein Verhalten genügt uns, das alles mal prüfen zu lassen“, befand der Vereinsvorsitzende gegenüber der NWZ .

Der Veterinär habe sich, so Foß, „mit seinen Aussagen, dass alles in Ordnung ist, einfach zu weit aus dem Fenster gehängt“. Bei Fleischskandalen im Landkreis Oldenburg in den Jahren 2006 und 2004 habe er sich identisch verhalten. „Hinterher stellte sich heraus, dass doch was dran war“, behauptet der Vereinsvorsitzende.


„Ich wusste bis eben nichts von einer Anzeige“

J. Vahrenhorst
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