BOOKHOLZBERG - Seit sieben Jahren lebt Regina Klein in Brasilien. In dieser Zeit hat sie in den Randgebieten Sao Paulos viel Elend gesehen. In dieser Zeit hat sie aber auch erfahren, dass man „viel tun kann und viel tun muss“. Am Dienstagabend stellte sie zum Abschluss einer dreimonatigen „Deutschlandtour“ ihre Hilfsprojekte in der ev.-meth. Friedenskirche vor.

Anders als große Organisationen, „die Massen helfen“, gilt Kleins Engagement Einzelnen: Aids-kranke Kinder werden im „Casa Criança Querida“ („Haus der geliebten Kinder“) betreut, an Jugendliche richtet sich das Zirkusprojekt „Circo Ponte das Estrelas“ („Brücke der Sterne“).

Ziel dieses Projektes sei, so Klein, den Jugendlichen ein Stück der verlorenen Kindheit zurückzugeben. Ein Jahr lang arbeiten die Jugendlichen im Zirkusprogramm. Sie erlernen Jonglage, Einradfahren oder Clownerie, bauen die Requisiten selbst und organisieren eine Tournee durch Kulturzentren, Theater und Schulen. Ohne die Hilfe würden viele wieder auf der Straße landen. Durch das Projekt würden die Disziplin gefördert, handwerkliche und motorische Fertigkeiten geschult und das Sozialverhalten verbessert.

Die Hilfe HIV-infizierter Kinder sei vor allem auch eine Hilfe für die ganze Familie. „Da ist ganz viel Elternarbeit dabei.“ So beinhaltete die Arbeit auch Aufklärung und Familienplanung oder Hilfe bei der Medikamentation – Klein: „Viele können einfach den Beipackzettel nicht lesen“.

Klein, deren Familie in Hude lebt, wies einen beeindruckende Bilanz vorweisen. Von den betreuten Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen fünf Monaten und 18 Jahren sei bisher niemand an Aids gestorben, ihre Gesundheit habe sich deutlich verbessert und alle seien wieder erfolgreich in die Gesellschaft integriert worden. „Ihre Lebensqualität hat sich um 100 Prozent verbessert.“


Wer sich über die Projekte informieren oder spenden möchte, kann unter casacq@terra.com.br Kontakt mit Regina Klein aufnehmen.