BOOKHOLZBERG - „Die Produktion von Kalksandsteinen ist in etwa vergleichbar mit der Herstellung eines Teigs“, schildert Johann Weerts, Geschäftsführer des Bookholzberger Kalksandsteinwerks. Hier die Anleitung: Man nehme die Zutaten Kalk, Sand und Wasser in entsprechenden Verhältnissen und mische diese. Danach gebe man das Gemisch in eine Kalksandstein-Presse, wo es in die entsprechende Form gebracht wird. Zu guter Letzt packe man die Steinrohlinge in einen Härtekessel, in dem sie bei einer Temperatur von 200 Grad Celsius unter Dampfdruck gehärtet werden. Die weißen Steine sind nun fertig und zum Verpacken bereit.
Im Kalksandsteinwerk Bookholzberg übernimmt diese Aufgabe mittlerweile die neue, seit Frühjahr existierende Verpackungsanlage, berichtet Weerts. Sie „schrumpft die Steine in Folie“ ein, bevor sie auf LKW’s verladen und zu den Baustoffhändlern und Baustellen der Region transportiert werden. Die Bookholzberger Steine finden in ganz Norddeutschland ihre Abnehmer.
Von vielen anderen Steinen, wie zum Beispiel Klinkersteinen, unterscheiden sich Kalksandsteine vor allem darin, dass sie nicht gebrannt, sondern unter Dampfdruck gehärtet werden, erklärt Weerts. Diese „einfache“ Produktion sei vor allem deshalb interessant, weil bei der Herstellung keine chemischen Zusätze verwendet werden. Das Gestein kann daher zu 100 Prozent recycelt werden, schildert er. „Eine Produktion für die Umwelt also.“
Dennoch, die Herstellung ist nicht günstig. Ein neuer Härtekessel kostet in etwa 200 000 Euro und eine neue Presse kann durchaus Millionenbeträge verschlingen, erläutert Weerts. Momentan treiben die kontinuierlich steigenden Energiepreise die Produktionskosten in die Höhe. Dem entgegen stehe ein relativ günstiger Verkauf des Baustoffes und Auftragsrückgänge im Wohnungsbau, hervorgerufen unter anderem durch den Wegfall der Eigenheimzulage.
Prognosen der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau zu Folge werde sich die Situation auch 2008 nicht verbessern, berichtet Weerts. Die Zukunft des Werkes hängt daher wie bei allen anderen Kalksandsteinwerken von der Entwicklung im Wohnungsbau ab.
