BOOKHOLZBERG/WILDESHAUSEN - Der Verein hatte Amtsveterinär Dr. Jochen Vahrenhorst der Vorteilsannahme beschuldigt. Konkretes konnte er aber nicht vorlegen.
Von Christian Bartsch
„Wir sind nicht gewillt, das einreißen zu lassen“ – mit diesen Worten kündigte Landrat Frank Eger am Donnerstag an, dass der Landkreis seinerseits Anzeige gegen den Verein „Die Tierfreunde“ mit Sitz in Siegen stellen werde. Tags zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Oldenburg die Ermittlungen gegen Amtsveterinär Dr. Jochen Vahrenhorst eingestellt (die NWZ berichtete). Es gebe keine Hinweise darauf, dass es im Zusammenhang mit dem „Fall Schwarting“ zu einer Vorteilsannahme im Amt gekommen sei. Dies hatten die „Tierfreunde“ Vahrenhorst jedoch unterstellt und ihn Anfang Mai angezeigt.
„Wir werden den Verein wegen falscher Verdächtigung und übler Nachrede anzeigen“, gab Eger bei einer eigens anberaumten Pressekonferenz im Wildeshauser Kreishaus bekannt. Man beziehe sich dabei auf die öffentlichen Aussagen des Vereinsvorsitzenden Jürgen Foß. Dieser hatte damals gegenüber der NWZ bekannt, keine konkreten Beweise gegen Vahrenhorst zu haben.
Eines stellte der Landrat klar: „Auch unsere Mitarbeiter sind vor Fehlern nicht gefeit, das ist menschlich.“ Daher komme es ab und an zu Anzeigen wegen Verletzung der Amtspflicht. „Das ist nicht schön, aber damit können wir umgehen.“ Eine Anzeige wegen Vorteilsannahme habe jedoch eine völlig andere Dimension und Tragweite für den Beschuldigten. „Da wird eine Grenze überschritten und das können wir nicht dulden“, sagte Eger. Schließlich bleibe „immer ein kleiner grauer Schatten zurück“, auch wenn sich die Vorwürfe hinterher als „aus der Luft gegriffen“ herausstellten.
Dies empfand auch Jochen Vahrenhorst so: „Das war eine Erfahrung, die ich nicht gebraucht hätte. Irgendetwas bleibt von solchen Vorwürfen immer hängen.“ Seine Sorge: „Wenn mir irgendwann mal was schief geht, heißt es sofort, da war doch mal was.“
Tierschützer Jürgen Foß erfuhr gestern durch die NWZ von der drohenden Anzeige: „Der sehen wir gelassen entgegen.“ Zweifel an der eigenen Vorgehensweise habe man keine: „Wenn man noch nicht mal mehr eine Anzeige erstatten darf, dann ,Gute Nacht‘.“ Ganz im Gegenteil: „Wir werden im Fall Schwarting auch weiter juristische Schritte unternehmen.“
