Bookhorn/Berlin - Eng zusammengekuschelt haben sich die Ferkel im Stall der Familie Schwarting in Bookhorn. Erst vor wenigen Tagen sind sie auf die Welt gekommen. Durch das bodentiefe Fenster ist der Stallbereich gut zu überblicken – sogar von der Straße aus. Kathleen Kalinke-Schwarting hat diese großen Fenster ganz bewusst einbauen lassen. Jeder soll sehen, wie Landwirtschaft funktioniert. Seit mehr als drei Jahren nimmt sie an der Aktion „EinSichten“ des Vereins „information.medien.agrar e.V.“ teil: „Die Menschen sollen sich selbst informieren und nicht alles glauben, was in den Nachrichten über Landwirtschaft berichtet wird.“
Aber das ist nicht alles. Bereits zum zweiten Mal reist die 42-Jährige als Agrarscout zur Grünen Woche nach Berlin. Am 21. Januar wird sie mit 101 weiteren Agrarscouts auf dem Erlebnis-Bauernhof stehen. Kathleen Kalinke-Schwarting informiert am Schweinemobil. Sie will den Besuchern erzählen, was es heißt, Landwirtin zu sein. Die vierfache Mutter ist auf einem Bauernhof in Braunschweig aufgewachsen. Seit sieben Jahren unterstützt die gelernte Konditormeisterin und Berufspädagogin ihren Ehemann Arnd Schwarting aktiv auf dem Hof in Bookhorn.
Als das Forum moderne Landwirtschaft im vergangenen Jahr Freiwillige suchte, überlegte sie nicht lange. „Ich mache gerne Öffentlichkeitsarbeit. Die Leute können mit uns reden, oft reden sie nur über uns“, sagt die Bookhornerin. Für ihren Einsatz bekommt die Landwirtin kein Geld. Lediglich Fahrt und Unterkunft werden bezahlt.
Im vergangenen Jahr war sie zwei Tage vor Ort. Am ersten Tag gab es ein Kommunikationstraining. „Wir haben in Rollenspielen gelernt, wie wir Menschen ansprechen, Fachbegriffe vermeiden oder mit kritischen Fragen umgehen“, erklärt sie. Letztere gab es aber gar nicht. „Diejenigen, die es total ablehnen, wollen nicht diskutieren“, erzählt sie. Die Teilnahme habe sich gelohnt: „Ich konnte einige aufklären. Viele wissen wenig über Landwirtschaft.“ Dabei zeigte sie auch Bilder ihres Hofes.
Nach der Grünen Woche geht es für Kathleen Kalinke-Schwarting mit der Öffentlichkeitsarbeit weiter. Ideen hat sie viele: „Ich überlege, ein Schnüffelstück anzubauen, dann kann jeder mal in den Stall reinschnuppern.“
